Magdeburg l Die Kooperation mit Magdeburgs Partnerstadt Harbin hat viele Facetten – eine könnte künftig ziemlich unterkühlt sein. In Anlehnung an das weltweit beeindruckendste Eisfestival, das seit 1985 Millionen Menschen in die chinesische Metropole Harbin lockt, plant die IG Innenstadt auch Magdeburg in ein „Wintermärchen aus Eis und Schnee“ zu verwandeln.

Geplant ist ein Festival, das an verschiedenen Orten in Magdeburg stattfinden soll, an denen illuminierte Skulpturen geschaffen und in Szene gesetzt werden. Abgerundet durch ein umfangreiches Bühnen- und Showprogramm soll das Festival bundesweit ausstrahlen und Touristen anlocken.

Kleinere Skulpturen in Magdeburg

In den Größenordnungen, in denen Harbin das Festival aufs Eis bringt, könne Magdeburg es natürlich nicht umsetzen, erklärt IG-Innenstadtsprecher Arno Frommhagen. Dort entstehen gigantische illuminierte Skulpturen und ganze Gebäude aus gut 180.000 Kubikmetern Eis und Schnee auf mehr als 750.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Für Magdeburg illusorisch! Zumal Harbin umgerechnet mehrere Millionen Euro in das Festival steckt.

Der Kostenrahmen, mit dem die IG Innenstadt plant, liege vielmehr im Bereich eines Einfamilienhauses. Die Sockelfinanzierung stehe bereits. Dennoch ist die finanzielle Umsetzung längst nicht gegeben.

Sponsoren für Festival gesucht

Um das Festival bereits Anfang Januar (5./6. Januar 2018) parallel zum Festivalstart in Harbin stattfinden zu lassen, haben sie noch bis etwa vier Wochen Zeit, das fehlende Geld aufzutreiben. Gelingt das nicht, wird das Festival erst 2019 stattfinden können. „Rahmen und Partner stehen – die Verträge können wir aber erst dann auslösen, wenn wir auch bezahlen können“, so Arno Frommhagen.

Wie viel Geld noch fehlt, war dem IG-Innenstadt-Sprecher nicht zu entlocken. Nur so viel verriet er: Die Chance, dass Magdeburg schon im Januar 2019 „einfriert“, liege im Moment bei 51 Prozent. Das sei auch der Grund, warum sie mit ihren Visionen bisher nicht an die Öffentlichkeit gegangen sind. Seit Mai 2017 beschäftigt sich die Interessengemeinschaft mit dem Vorhaben – federführend Frank Wagner und Allee-Center-Chefin Margaret Stange-Gläsener.

Liveübertragung nach China

Das Konzept ist längst geschrieben. Als Standorte seien u. a. der Katharinenturm/ Nordabschnitt des Breiten Weges, der Bereich Karstadt/ Stadtsparkasse, die Leiterstraße und das Hundertwasserhaus, der Ulrichplatz und das Allee-Center im Gespräch. Bühnenprogramm und Eisshow sollen den Rahmen bieten. Die Überlegungen gehen sogar so weit, dass möglicherweise eine Delegation aus Harbin zur Eröffnung anreist und eine Liveübertragung zum Festivalstart in der chinesischen Partnerstadt organisiert wird.

Am 1. November sollen noch einmal Gespräche mit der Stadt Magdeburg geführt werden. Danach wolle IG-Innenstadt-Vorstand Frank Wagner auch etwas mehr über das Konzept des Festivals preisgeben.

Kaltes Wetter für Festival wichtig

Die größten Probleme für das Eisfestival dürften neben der Finanzierung wohl die Witterungsbedingungen sein. Während in Harbin durch die Nähe zu Sibirien Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius herrschen, zeigt das Thermometer in Magdeburg nicht selten Plusgrade an.

Auch Wind und Regen könnten die Vision eines erfolgreichen „Eisfestivals“ dahinschmelzen lassen. Freilich hat sich die IG Innenstadt auch darüber Gedanken gemacht: Wenn nötig, müssen die Skulpturen eben in Zelten untergebracht werden, verrät Frommhagen.