Magdeburg l Nach einer Kennenlernfahrt in den Harz muss ein kompletter Jahrgang der Berufsbildenden Schule (BbS) Otto von Guericke in Quarantäne. Dies betrifft rund 140 Schüler und Lehrer der Klassenstufe 11, erklärt Amtsarzt Dr. Eike Hennig. Ein Schüler des Jahrgangs war am Wochenende positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er hatte bereits Symptome. Da die elfte Klasse, der der Schüler angehört, nicht nur im Harz war, sondern sich auch in verschiedenen Kursen mischte, sind vorsorglich alle in Quarantäne geschickt worden, erklärt Hennig. Dabei sind bis zum gestrigen Abend noch nicht alle Kontaktpersonen erreicht worden.

Zu dem Corona-Fall an der Berufsbildenden Schule kommen zwei weitere Covid-19-Fälle vom Wochenende. Eine Frau, Jahrgang 1939, erkrankte nach einer Busreise ins tschechische Marienbad. Eine weitere Frau, Jahrgang 1959, ließ sich aufgrund von Symptomen testen. Wo sie sich infizierte, ist bisher unklar.

Bisher 406 Infizierte in Magdeburg

Zu diesen drei aktuellen Fällen vom Wochenende kommen drei weitere, die bis Freitagvormittag gemeldet worden sind, hinzu. Somit steigt die Zahl jener, die sich bisher in Magdeburg mit dem Virus infiziert haben, auf 406 Personen (Stand: Sonntag 18 Uhr).

Wie die aktuelle Infektionslage zeigt, ist ein Rückgang der Covid-19-Testungen nicht in Sicht. Im Gegenteil, in Fällen wie jenen der Berufsbildenden Schule, in denen ganze Schulklassen getestet werden müssen, haben die Fieberambulanzen alle Hände voll zu tun.

Täglich bis zu 160 Coronatests

Je nach Infektionslage werden derzeit täglich zwischen 30 und 160 Covid-19-Tests in der Brandenburger Straße durchgeführt. Vor allem Personen, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten, bekommen vom Gesundheitsamt der Stadt einen Termin in dem eigens in einer Sporthalle eingerichteten Zentrum.

Das Warten muss neu organisiert werden

In Stoßzeiten kann es dabei durchaus zu Wartezeiten kommen – auch außerhalb des Fieberzentrums. Die Wetterumstellung, die die Herbst- und Wintermonate mit sich bringen, mache es daher nötig, das Warten neu zu organisieren, erklärt Amtsarzt Dr. Eike Hennig. „Wir können die Leute nicht länger draußen stehen lassen.“ Daher arbeiten das Gesundheitsamt und die Kassenärztliche Vereinigung derzeit auf Hochtouren an einer Lösung.

Impfstelle in Fieberambulanz geplant

Es gebe mehrere Varianten, die infrage kommen. Entweder müsse vor Ort, in der Brandenburger Straße, eine Lösung geschaffen oder geeignete Räumlichkeiten gefunden werden. Bereits heute begutachte man eine Unterbringung andernorts. Zu den Anforderungen, die an die neue Fieberambulanz gestellt werden, gehört nicht nur ein geeigneter Wartebereich, sondern auch die Möglichkeit, mehrere Arbeitsplätze für Ärzte einrichten zu können. Zudem soll, wie der Amtsarzt verriet, eine Impfstelle eingerichtet werden. „Die Fieberambulanz, davon gehe ich aus, muss bis auf weiteres betrieben werden – und das sieben Tage die Woche“, sagt Dr. Eike Hennig.

Sind geeignete Räumlichkeiten gefunden, gehe der Umzug schnell. „Im März haben wir die Fieberambulanz binnen 48 Stunden eingerichtet“, erinnert er sich.

Derzeit arbeiten in der Fieberambulanz in der Brandenburger Straße 8 täglich ein bis zwei Ärzte vor Ort. Ein zusätzlicher Arzt versorgt Patienten im Rahmen von Besuchshandlungen, wie Heike Liensdorf, Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) mitteilt. Die Fieberambulanz in der Brandenburger Straße wird von der Stadt Magdeburg und der KVSA gemeinsam betrieben.

Darüber hinaus wird eine Fieberambulanz durch das Universitätsklinikum Magdeburg betrieben. Sie befindet sich auf dem Gelände des Universitätsklinikums, Leipziger Straße 44, Haus 10.