Magdeburg l Diese Nachricht verbreitete sich am Mittwochmorgen wie im Flug: Der Tierpark im schleswig-holsteinischen Neumünster hat Notpläne für das Schlachten von Tieren erarbeitet. Grund ist die existenzbedrohende Corona-Krise.

Aufatmen für Magdeburg: Zoochef Dirk Wilke schließt solche Überlegungen grundsätzlich aus. "Das Thema Notschlachtungen ist im Kontext der gegenwärtigen Corona-Pandemie nicht zu diskutieren", erklärte er auf Volksstimme-Nachfrage.

Zur Überwindung der schwierigen Situation seien alle Anstrengungen verpflichtend zu unternehmen, "um den uns anvertrauten Tierbestand zoologisch fachgerecht zur pflegen und zu versorgen", so Wilke weiter. Bereits jetzt erfahre der Zoo einen große Unterstützung durch die Magdeburger, auch finanziell. Durch die Schließung entgehen dem Zoo monatlich etwa 400.000 Euro.

In Neumünster sagte Zoodirektorin Verena Caspari, mit dem zusätzlichen Fleisch aus den Schlachtungen könnten die Raubtiere gefüttert werden. Allerdings sei es eher unwahrscheinlich, dass es  tatsächlich soweit kommt. Andere Tierparks hätten versprochen, dem Zoo Fisch und Fleisch zukommen zu lassen, "wenn hier der allerschlimmste Fall eintreten würde", sagt die Parkchefin.

Im Zoo Magdeburg wird indes überlegt, wie der Park wieder für Besucher geöffnet werden könnte. So können begrenzte Zutritte ein erster Schritt sein. Der Online-Ticketverkauf kann hierbei helfen. Zudem müssen Entscheidungen zu den Spielplätzen im Zoo getroffen werden. Auch längere Öffnungszeiten, um den Besucherverkehr entspannen, seien eine Option. All diese Fragen sind im Team zu beantworten. "Ich hoffe sehr, dass in den kommenden Tagen die notwendigen Entscheidungen getroffen werden. Ein Blick in Richtung des Elbauenparks lässt hoffen", erklärte Wilke weiter. Dieser durfte zu Ostern als Erholungspark wieder öffnen. Freizeitattraktionen blieben allerdings zu.