Magdeburg/Hamburg l Auf der Suche nach einem Wirkstoff gegen das Coronavirus kommen jetzt in einem Forschungszentrum in Hamburg Coronavirus-Proteine in den Röntgenblick. Und dabei mischt auch die Landeshauptstadt mit. Konkret: Den Strom für diese energieintensiven Untersuchungen liefern die Städtischen Werke Magdeburg (SWM), teilte das Unternehmen am Montag, 30. März 2020, mit. Neben der Versorgung der Stadt Magdeburg sind die SWM auch bundesweit als Lieferant aktiv. Und einer ihrer Kunden ist das Forschungsinstitut Desy in Hamburg. Desy steht für Deutsches Elektronen-Synchrotron und ist ein Forschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft.

In dem Hamburger Zentrum beginnt nun eine Versuchsreihe, die drei Schlüsselproteine des Erregers genau unter die Lupe nimmt. Hat die Untersuchung Erfolg, könnte sie die Suche nach einem Medikament erheblich verkürzen, erklären die Forscher von Desy. Die Studie untersucht mehrere Tausend bereits existierende Wirkstoffe darauf, ob sie auch gegen das neue Coronavirus helfen. Die entsprechenden Röntgenmessungen sollen bereits in wenigen Tagen beginnen.

3700 Wirkstoffe werden untersucht

Vereinfacht gesagt, versuchen die Wissenschaftler einen Wirkstoff zu finden, der die Proteine des Virus blockiert und so die Vermehrung des Virus verhindert. Das Team untersucht dabei rund 3700 Wirkstoffe daraufhin, ob sie an eines der drei Proteine binden. Wird ein Stoff gefunden, der besonders gut bindet, werden Forscher an der Universität Lübeck im Labor untersuchen, ob er auch die Protein-Aktivität hemmt, erläutern die Forscher auf ihrer Internetseite das Prozedere. Wie lange die Suche dauern wird, ließe sich nicht vorhersagen. Dennoch arbeite man mit Nachdruck.

In Magdeburg sei man "glücklich", nicht nur die Landeshauptstadt mit Energie zu versorgen, "sondern mit unserem Strom auch bei dieser wichtigen Forschung einen Beitrag leisten zu können", so Helmut Herdt, Sprecher der SWM-Geschäftsführung.