Hotel-Neubau

„Das Elb“ steht betriebsbereit im Hafen

Der Hotel-Neubau im Stadtpark Rotehorn in Magdeburg ist fertig. Die Architektur für „Das Elb“ soll einem Schiff ähneln.

Von Von Konstantin Kraft

Magdeburg l Der Baukörper sei einem Schiff nachempfunden. Einem Schiff, das am Ufer der Alten Elbe im Stadtpark Rotehorn seinen Hafen gefunden hat. Das erzählt Michael Meier. Er ist der Projektverantwortliche für den Hotel-Neubau am ehemaligen Standort der „Elbresidenz“, das vielen Magdeburgern noch unter dem Namen „Haus der Athleten“ bekannt sein dürfte. „Dem Architekten ist es gelungen, ein Gebäude hinzustellen, das dem Standort voll entspricht, eine Strahlkraft auswirkt und ein Blickfang für Magdeburg ist“, schwärmt Meier.
Im Ernstfall könne das Hotel, das damit in gewisser Weise noch auf eine andere Art einem Schiff ähnelt, sogar von der Elbe unterspült werden. Aus Schutz vor einem möglichen Hochwasser steht der Neubau auf Betonstelzen. Der Unterbau, der bei normalem Pegel als Tiefgarage genutzt werden soll, könne zusätzlich abgeschottet werden. Insgesamt rund zwölf Millionen Euro hat der hochwassersichere Hotel-Neubau im Stadtpark gekostet.
Das mehrgeschossige Gebäude mit seiner geschwungener Holzfassade ist als ein „Boardinghouse, Hotel und Restaurant“ angelegt. Der neue Name: „Das Elb.“
„Wir haben uns für einen zeitgemäßen Namen entschieden, passend zur Architektur“, sagt der Verantwortliche. Am Bug des Hotels führt eine Betontreppe in den Eingangsraum. Ähnlich einer Pension ist ein Boardinghouse auf einen längerfristigen Verbleib der Gäste angelegt. Ergänzt wird die Beherbergung durch Serviceleistungen, wie sie in einem Hotel üblich sind. Das Restaurant soll für alle öffentlich zugänglich sein.
Die Entscheidung den Hotel-Neubau als Boardinghouse anzulegen, hat Auswirkungen auf die Anzahl der Gäste, die gleichzeitig übernachten können. Statt der ursprünglich geplanten 63 Zimmer im Haus sei die Zahl auf 33 reduziert worden. „Wir haben versucht, ein Alleinstellungsmerkmal für das Projekt zu finden“, so Meier.
Als Beherbergungsort für Kadersportler, wie es das „Haus der Athleten“ einstmals war, wird „Das Elb“ wohl eher weniger in Erscheinung treten. Aber: „Sportler sind herzlich eingeladen“, unterstreicht Michael Meier.
Der 71-Jährige hat seit Ende 2018 bei dem Neubau den Hut auf. Er ist damals in die Fußstapfen seines Bruders Konrad getreten, der während der Bauphase verstorben ist. „Ich habe ihm versprochen, das Projekt fertigzustellen“, sagt Michael Meier. Mit der Eröffnung sei seine Arbeit getan. Wann genau das sein wird, ist derzeit noch unklar. „Wir sind abhängig von den Entscheidungen der Politik.“
Konkret braucht es eine Lockerung der aktuellen Corona-Eindämmungsverordnung zur touristischen Beherbergung. „Das Haus ist fertig und betriebsbereit“, sagt Michael Meier. Aktuell bestehe die vage Hoffnung für einen Start des Hotel- und Restaurantbetriebs im April.
Für die Pacht des Gebäudes konnte ein lokaler Unternehmer gefunden werden. So soll Bhupinder Singh, der in Magdeburg das „Indian Palace“ sowie das Steakhaus „Los Gauchos“ im Breiten Weg betreibt, die Bewirtschaftung von Hotel und Restaurant übernehmen. „Wir haben Wert darauf gelegt, einen Pächter zu finden, der aus Magdeburg kommt und die örtliche Szene kennt“, sagt Michael Meier.
Singh habe zudem mit seiner „unheimlichen Lebensfreude“ überzeugt, sowie dem Fakt, dass er trotz Corona nicht von seinen unternehmerischen Zielen absehe. An einem solchen Unternehmergeist hätte auch Konrad Meier Gefallen gefunden.