Magdeburg l Nächste Runde für den Magdeburger Hasselbachplatz: Im Stadtrat gehen derzeit die Diskussionen hin und her, wie der Platz mit einer Vielzahl an Lokalen für die Zukunft fit gemacht werden kann. In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Konflikte unter den Besuchern auf dem Platz sowie Probleme mit Alkohol, Drogen und mit Lärm gegeben. Polizei und Magdeburger Ordnungsamt möchten des Problems mit mehr Streifen Herr werden.

Stadtrat ist gefragt

Daneben ist aber auch die Stadtpolitik gefragt. In dieser gibt es eine Reihe von Akteuren, die in mehr Streifen keine alleinige Lösung für die Probleme sehen. Der Stadtrat hat im August den Vorschlag der Bündnisgrünen zu einer Reihe von Maßnahmen am Hassel in den Bauausschuss überwiesen. Und dieser hat jetzt über etliche Wünsche entschieden. Die Autoren des Antrags wollten unter anderem mehr Sitzflächen, Tempo 20 in den Abendstunden und ein kostenloses W-Lan für den freien Empfang von Daten auf Mobiltelefon, Tablet oder Notebook installiert wissen, um die Aufenthaltsqualität auf dem Platz im Süden der Magdeburger Altstadt zu verbessern. Und auch eine öffentliche Toilette wurde gefordert. Diese Vorschläge haben nun im Bauausschuss keine Mehrheit gefunden. Hintergrund: Die Kritiker der Ideen befürchten, dass dann noch mehr Menschen angezogen würden, die für Konflikte sorgen.

Andere Ideen aus dem Papier allerdings fanden durchaus eine Mehrheit. Einstimmige Zustimmung gab es beispielsweise für den Wunsch nach mehr Kontrollen auf dem Platz. Allerdings: Einen Einfluss hat die Stadt allenfalls auf ihren Ordnungsdienst – nicht aber auf die Polizei. Breite Zustimmung gab es zudem zur Aufforderung an die Stadt, ein Beleuchtungskonzept für die Stadt auszuarbeiten.

Mehr Platz für Gastronomie

Durchaus knapp war im Bauausschuss derweil die Mehrheit zum Thema Gastronomie: Falls der Stadtrat zustimmt, sollte den Wirten mehr Platz für die sommerliche Außengastronomie zur Verfügung gestellt werden. Umstritten ist das nicht zuletzt deshalb, weil die Wege auch mit den bestehenden Tischen und Bänken schon eng sind. Und ob die Gastronomen überhaupt mehr Platz wünschen, ist offen: Erst wenn es genügend Kneipenbesucher gibt, rechnen sich die entsprechenden Investitionen in Ausstattung und Personal.

Falko Grube (SPD) vermeldet derweil eine Idee aus den Kreisen der Gastronomen, die Liebigstraße regulär für den Verkehr zu öffnen. Damit würde einer der konfliktträchtigsten Bereiche auf dem Platz verschwinden.

Heide Grosche, Chefin des Stadtplanungsamtes, regt an, gemeinsam mit den Gastronomen an der Verbesserung des Erscheinungsbildes des Platzes zu arbeiten. Die Rede ist unter anderem davon, gegen überbordende Werbung vorzugehen. Kritik daran von Reinhard Stern (CDU) und Roland Zander (Gartenpartei): Den Gewerbetreibenden drücke der Schuh woanders, und die Wirte dürften nicht weiter eingeschränkt werden.