Keine Hilfe von Amtswegen

Der Biber bleibt ein Problem in Magdeburger Ortschaft

In der Magdeburger Ortschaft Beyendorf-Sohlen sind Biber zu einem Problem geworden. Deren Dämme staut das Flüsschen Sülze an, Bäume werden beschädigt.

Von Marco Papritz
Nahe dem Soziokulturellen Zentrum haben Biber in der  Sülze einen Damm errichtet. Bewohner der Magdeburger Ortschaft Beyendorf-Sohlen sorgen sich um Unterspülungen der Uferbereiche sowie die Standfestigkeit von Bäumen, an denen sich die Nager zu schaffen machen.
Nahe dem Soziokulturellen Zentrum haben Biber in der Sülze einen Damm errichtet. Bewohner der Magdeburger Ortschaft Beyendorf-Sohlen sorgen sich um Unterspülungen der Uferbereiche sowie die Standfestigkeit von Bäumen, an denen sich die Nager zu schaffen machen. Foto: Marco Papritz

Magdeburg - Die Situation ist mehr als unbefriedigend. So fasst der Ortschaftsrat von Beyendorf-Sohlen eine Gewässerschau zusammen, die vom Unterhaltungsverband im Mai an verschiedenen Bereichen der Sülze vorgenommen wurde. Denn Hinweise darauf, wie Bibern beigekommen werden kann, die mehrere Dämme etwa nahe dem Soziokulturellen Zentrum und am Froschgrund errichtet haben, gab es nicht. Die Bauwerke haben zur Folge, dass sich die Sülze anstaut – die Nager sind zudem für mehrere Baumschäden verantwortlich. Der Ortschaftsrat habe den Hinweis erhalten, dass „keine Gefahrenlage zu erkennen ist, die eine Reduzierung der Dammhöhe veranlassen würde“, so Ortsbürgermeister Niko Zenker (SPD) am Montag während der Ratssitzung zur Auswertung der Gewässerschau. Es seien noch etwa 70 Zentimeter frei.

Biber sind geschützt

Die Untere Naturschutzbehörde und das Biosphärenreservat weisen darauf hin, dass der Biber (dessen Lebensraum stehende und fließende Gewässer und deren Uferbereiche sind) einen besonderen Schutzstatus hat. Das heißt, dass er nicht gejagt oder vertrieben werden darf. Dies wisse man, so Zenker: „Wir haben in den vergangenen Jahren mehrfach auf die Gefahren wie Überschwemmungen sowie die Abwassersituation im Bereich vom Froschgrund hingewiesen.“ Damit meint er, dass ein Drainagesystem im Bereich des Wohngebiets „Am Froschgrund“ durch die Biberaktivitäten unter Wasser gesetzt wird.

Ein weiteres Problem seien die Schäden an den umliegenden Bäumen im Uferbereich, so Frank Thiel (Die Linke), der sich als Vertreter des Ortschaftsrats an der Gewässerschau beteiligte. Für diese sind die Grundstückseigentümer verantwortlich, bei denen die Bäume stehen. „Einfach vergrämen oder umsetzen kann man den Biber nicht“, so Thiel. Vielmehr können Maßnahmen zum Schutz der Bäume wie das Installieren einer Art Drahtumzäunung, wie dies bereits an einigen Stellen zu sehen ist, ergriffen werden.

Mittlerweile hätten die Tiere die Scheu vor Menschen verloren, so der Eindruck: Ein Bewohner hat ein Video aufgenommen, in dem zu sehen ist, wie nah der Biber nun kommt.