Hyparschale

Die irritierte Investorin

Die Magdeburger Unternehmerin Babette Schmidt dementiert entschieden eine Abkehr von ihren Rettungsplänen für die Hyparschale.

Von Katja Tessnow 28.08.2016, 08:00

Magdeburg l Zur Magdeburger Ratssitzung in der vergangenen Woche dominierten pessimistische Töne zur Zukunft des von enormem Verfall geprägten Denkmals am Stadtpark. Auch um die Umsetzung des im November 2015 von der Magdeburger AOC Immobilien AG erstmals öffentlich präsentierten Rettungskonzeptes stehe es schlecht, gaben Stadträte und letztlich auch der Oberbürgermeister zu Protokoll. Ein wichtiger Nachweis über die Finanzierbarkeit der Sanierung durch das Unternehmen stehe aus, so Lutz Trümper.

Letzteres bestätigt AOC-Vorstandsfrau Babette Schmidt zwar auf Nachfrage, will daraus aber keineswegs eine Abkehr ihres Unternehmens vom Vorhaben ableiten lassen. „Wir glauben fest an die Umsetzbarkeit. Wir wollen den Magdeburgern ihre Hyparschale auch und vor allem für die öffentliche Nutzung zurückgeben.“ Als wirtschaftliche Einheit, so die planerisch schon gereifte AOC-Idee, sollen drei Würfel mit Büroraum eingebaut werden. „Wir können die nötigen 1,5 Millionen Euro Eigenkapital nachweisen. Wir haben fristgemäß zu Jahresbeginn den Förderantrag für Mittel aus dem Stadtumbauprogramm und unser Angebot zum Kauf eingereicht. Die Stadt verlangt nun noch eine Willensbekundung unserer Bank zur Mitfinanzierung.“ Hierfür seien am Ende zwei Gutachten auszufertigen gewesen. Zwischenzeitlich sei man sich mit der Bank einig und das entsprechende Papier stehe bis Mitte September in Aussicht. Babette Schmidt: „Wir haben die Stadtverwaltung um die Verlängerung der Frist zur Einreichung gebeten. Es geht ja hier nicht um ein normales Bauvorhaben, sondern um ein komplizierteres Projekt mit vielen Unbekannten. Wir sind bei der Vorbereitung und Umsetzung auf das Wohlwollen der Bank und auch der Stadt angewiesen und müssen alle an einem Strang ziehen.“

Allein für die Tragwerkssanierung gehen Gutachter wegen des fortgeschrittenen Verfalls von Kosten in Höhe von über vier Millionen Euro aus.

Dass zur jüngsten Ratssitzung Pessimismus mit Blick auf ihr Vorhaben grassierte, irritiert die Unternehmerin. „Wir haben schon viel Geld in das Projekt gesteckt und sind immer am Ball geblieben.“

Ob die Stadt Schmidts Antrag auf Fristverlängerung für die Abgabe der Bankbestätigung akzeptiert, ist offen. Eine entsprechende Volksstimme-Anfrage bei der Stadtverwaltung blieb am Freitag unbeantwortet.