Veranstaltungsstätte

Die Zukunft des Amo-Kulturhauses in Magdeburg ist völlig offen

Nach der Sanierung der Stadthalle in Magdeburg muss entschieden werden, wie es mit dem Amo weitergeht. Dieses müsste modernisiert werden.

Von Martin Rieß
Das Amo hat seinen Sitz an der Erich-Weinert-Straße in Magdeburg. In den vergangenen Jahren war es gut ausgelastet.
Das Amo hat seinen Sitz an der Erich-Weinert-Straße in Magdeburg. In den vergangenen Jahren war es gut ausgelastet. Foto: Martin Rieß

Magdeburg - Das Amo hatte sich in den vergangenen Jahren gemacht: Nachdem die Halle an der Erich-Weinert-Straße in Magdeburg dank eines Beschlusses des Stadtrats doch nicht geschlossen und womöglich abgerissen worden war, avancierte sie vor der Corona-Krise zu einer der bestausgebuchten Veranstaltungsstätten Magdeburgs.

Doch diese Freude dürfte von vergänglicher Natur sein, wie Steffen Schüller, der als Geschäftsführer der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg (MVGM) unter anderem Herr über Amo, Stadthalle, Johanniskirche, Messehallen und Elbauenpark ist, während einer Sitzung des Kulturausschusses in der Einrichtung berichtete. So es denn die Corona-Lage zulässt, ist das Amo derzeit Ausweichstandort für jene Veranstaltungen, die sonst in der Stadthalle stattfinden.

Stadthalle und Hyparschale als Kannibalen

Diese wird derzeit saniert und soll im Jahr 2023 wieder in Betrieb genommen werden. Dann wird sie nicht allein ausgestattet sein mit der modernsten Veranstaltungstechnik, sie wird vielmehr durch eine neue Aufteilung der Räume flexibel auf die Wünsche von Kunden reagieren können. Und mehr noch: Nur wenige Meter entfernt kommt die Hyparschale als weiterer Veranstaltungsort auf den Markt, die ebenfalls von der MVGM bewirtschaftet werden soll. Steffen Schüller: „Es wird dann eine Art Kannibalisierung geben, unter der das Amo wirklich leiden wird. Viele Veranstaltungen werden in die anderen Veranstaltungsstätten abwandern.“

Man habe sich bereits damit beschäftigt, was diese Entwicklung für die Einrichtung bedeutet. Die Frage, so Schüller, sei unter anderem, ob auch andere Nutzungsmöglichkeiten infrage kommen. Diese Überlegungen gab es bereits, bevor die Sanierung der Stadthalle begann. Das Amo als Probenraum? Oder mit Vorlesungen der Universität? Steffen Schüller: „All solche Dinge würden aber in erheblichem Maße zu Terminkonflikten mit dem normalen Veranstaltungsbetrieb führen.“

Amo stand mehrfach vor dem Aus

Vor allem aber: Wenn das Amo erhalten werden soll, muss investiert werden. Denn nachdem das Haus zunächst nach der Wende 1990 und dann vor fünf Jahren vor dem Aus stand, wurde in den vergangenen Jahren zwar noch repariert – in eine echte Modernisierung wurde aber nicht mehr investiert. „Das wird aber nicht einfach, da das Haus unter Denkmalschutz steht“, so Steffen Schüller. Immerhin nennt er schon eine Hausnummer: Mindestens zehn Millionen Euro müssten wohl investiert werden, um das Amo baulich und mit Blick auf die Ausstattung zukunftssicher zu machen.

Einstimmig und bei einer Enthaltung hat der Kulturausschuss mit Blick auf die Zukunft des Hauses schon einmal die Initiative ergriffen: Er möchte auf Anregung von Ausschussvorsitzendem Oliver Müller vom Stadtrat einen Beschluss fassen lassen, nach dem die Stadtverwaltung bis Jahresende ein Konzept für die Zukunft des Hauses vorlegen soll.