Die Wurzeln liegen beim großen Sket

Die Sket EDV GmbH ist aus dem ehemaligen Schwermaschinenbaukombinat „Ernst Thälmann“ (Sket) hervorgegangen. Ein Betriebsteil des Unternehmens befasste sich mit der Rechentechnik des Großbetriebes. Im Zuge der Privatisierung vom Sket wurde dieser Betriebsteil Mitte der 1990er Jahre aus dem Gesamtkomplex herausgenommen und von der data experts gmbh aus Neubrandenburg als Tochtergesellschaft übernommen.

Die Sket EDV ist auf keine Branche festgelegt, hat Kunden aus verschiedensten Industriezweigen, der öffentlichen Verwaltung und dem Gesundheitswesen. Das Unternehmen arbeitet von der Schilfbreite aus mit börsennotierten Unternehmen zusammen und ist international etwa in Südamerika und Südeuropa sowie deutschlandweit, aber auch in der Region, aktiv. Es hat sich auf SAP-Produkte, Software-Entwicklungen sowie Prozessanalysen und -verbesserungen spezialisiert. (mp)

Magdeburg l Ob beim Besuch im Eiscafé, im Restaurant oder beim Friseur – gemäß der Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind Dienstleister verpflichtet, die Kontaktdaten ihrer Kunden und Besucher zu sammeln. Nicht nur in Urlaubsorten, sondern deutschlandweit. In den meisten Fällen wird diese Vorschrift zum Führen der Kontakt- und Besucherlisten in Papierform umgesetzt, was mit einem zum Teil erheblichen Verwaltungsaufwand verbunden ist. Mit der Entwicklung von Sket EDV wird dieser reduziert. „Die Anwendung hilft dabei, die von den Gesundheitsämtern geforderten Daten in digitaler Form zu erfassen, um den Aufwand auf ein Minimum zu reduzieren“, erklärt Geschäftsführer Sebastian König.

Abstimmung mit dem Gesundheitsamt

Konkret: Beim Restaurantbesuch verbindet sich der Gast mittels seines Smartphones mit dem lokalen Wlan-Hotspot des Rechners im Kreditkartenformat und füllt seine Kontaktdaten mit Hilfe der Software selbst aus. Oder er nutzt die Technik des Geschäftsinhabers. Die Daten verbleiben ausschließlich lokal auf dem Gerät. Datum und Uhrzeit des Besuchs übernimmt die Software selbstständig. „Mit dieser Variante entfällt die klassische Papierliste und deren Ausdrucken, Ressourcen werden geschont. Die Software ist so programmiert, dass die Daten wie von den Ämtern vorgeschrieben 28 Tage bestehen bleiben und dann automatisch gelöscht werden“, so Sebastian König weiter. Die Software kann auch als sogenannte Cloud-Variante genutzt werden, an der gerade gearbeitet wird.

Die Anwendung ist in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt entwickelt worden und kann von Unternehmen, Kindereinrichtungen und öffentlichen Stellen genutzt werden. Sollten Daten etwa bei einem Corona-Verdachtsfall angefordert werden, lassen sie sich mittels des Programms exakt selektieren. Und zum Thema Datenschutz kann gesagt werden, dass sich die Datensätze der Gäste oder Kunden nicht miteinander verknüpfen lassen sowie dass festgelegt werden kann, wer sie einsehen darf. Nun werden interessierte Unternehmen und Geschäftsleute gesucht, die den Praxistest vollziehen.

Entwicklungen entsprechen dem Zeitgeist

Die Digitalisierung gilt als ein Gewinner der Corona-Krise. Das Nutzen digitaler Geräte und Prozesse hat einen enormen Schub erfahren etwa durch eingeschränkte Kontaktmöglichkeiten. Besuche wurden zur Zeit des sogenannten Lockdowns (Schließen von Geschäften und Einrichtungen wie Kitas und Schulen sowie Sperren öffentlicher Plätze) durch Videochats ersetzt, Firmen verlegen ihre Kommunikation ins Internet. Die Sket EDV GmbH agiert im Bereich der Digitalisierung. Sie musste sich aber wie andere Unternehmen auch im Zuge der Corona-Krise mit Geschäftseinschränkungen auseinandersetzen. „Als Dienstleistungsunternehmen sind wir darauf angewiesen, dass sich unsere Kunden unsere Leistung leisten können. Daher haben wir mit Blick auf die Auftragslage zu spüren bekommen, dass ihnen Aufträge weggebrochen und Budgets kleiner geworden sind“, so Sebastian König. Mittlerweile sei eine Verbesserung zu verzeichnen. Auch, weil die Dienstleistung des Unternehmens dem Zeitgeist entspricht.

Urlaubsantrag als Beispiel für Digitalisierun

Diese Dienstleistung besteht unter anderem darin, Kunden darin zu unterstützen, manuelle und analoge (Papier-)Prozesse in Rechnersysteme und Softwarelösungen zu überführen, um sie digital abzubilden und sogenannte Medienbrüche zu vermeiden sowie durch einen automatisierten Ablauf die Effizienz zu steigern. Was etwas sperrig klingt, kann mit einem einfachen Bespiel, einem Urlaubsantrag, erklärt werden. Größtenteils wird der Vorgang heutzutage noch in Papierform umgesetzt. Ausdrucken, ausfüllen, abgeben, wieder in Empfang nehmen. „In digitaler Form im sogenannten Selfservice geht das auch einfacher und direkter“, verweist Logistik-Berater Oliver Fricke.

Umgewandelt könne dieser Prozess des Datenerhebens auf nahezu jeden Wirtschaftsbereich angewandt werden. „Wenn zum Beispiel Daten von Maschinen automatisch in digitaler Form und nicht mehr manuell gesammelt werden, setzt dies beim Mitarbeiter bis Firmenchef Kapazitäten frei und sie können sich vermehrt um ihr Kerngeschäft wie Kundenpflege und Aufträge generieren kümmern“, fasst Fricke vereinfacht zusammen.

Die Digitalisierung funktioniert damit auch als ein Element gegen den Fachkräftemangel. Zum Beispiel bei der Beantwortung der Frage, wie die Arbeitslast bewältigt werden kann, wenn das Fachpersonal fehlt. Mit der Unterstützung von digitalen Prozessen an geeigneten Stellen. „Also mit einem gewissen Grad an Automatisierung“, merkt Oliver Fricke an.