Laufserie

Ein Abstecher ins Jerichower Land

Laufen ist in Magdeburg kein Trend mehr, sondern eine feste Bewegung. Die Volksstimme startet eine Laufserie. Teil 6: Herrenkrugpark.

Magdeburg/ Biederitz l Ein Lauf im und um den Herrenkrugpark bietet die Möglichkeit, mit einer Runde etwa über Biederitz eine lange Distanz zu absolvieren und dabei viel zu erleben. Schafe etwa, die den Weg kreuzen und Passanten umringen. Oder Reiter, die sich via Handynavigation im Gelände bewegen.

Fast schon Kult ist jener Baum, der nach etwa zwei Kilometern nach dem Start auf dem Parkplatz Lange Lake am Wegesrand des Elberadweges mit aufgemaltem Gesicht und roter Nase zu einem Selfie, einem Selbstbildnis per Mobiltelefon einlädt. Wer dann noch etwa 150 Meter weiter auf den Wegweiser blickt, kann für die nächste Zeit seinen Kopf mit der Frage beschäftigen, welcher Fehler sich in der Beschriftung verbirgt – nicht Gerwisch sondern Biederitz müsste als drei Kilometer entfernt liegender Ort ausgeschildert sein.

Zwar bewegen wir uns im Herrenkrug- und Wiesenpark, doch sind von einiger Zeit die Parkwege gegen jene aus Asphalt eingetauscht worden, was die Strecke vom Elberadweg nach Biederitz zum schnellen Geläuf macht. Der Puppenweg nach etwas mehr als drei Kilometern (Abzweig zur Herrenkrugstraße und zur Pferderennbahn) ist im Vergleich weicher. „Füße mögen Abwechslung“, weiß Mitläufer Heiko Björn.

Wer die Zahl seiner Laufkilometer aufstocken möchte, läuft aber die Nachbargemeinde Biederitz an und kann von sich behaupten, von der Landeshauptstadt ins Jerichower Land gelaufen zu sein. Klingt weit. Und ist es auch, wenn die Breitscheid- und Herrenkrugstraße sowie die Jerusalembrücke als Zwischenstationen zur Rückkehr zum Ausgangspunkt Lange Lake eingebaut werden.

Doch soweit sind wir noch nicht. Biederitz zeichnet sich in der Ferne ab. Der Biederitzer See wird in einer Senke über eine Metallbrücke überquert und anschließend auf dem Deich der Ortskern angesteuert. Nicht erschrecken, Gegenwind ist hier eher der Normalfall. Aber: Hier vom Hochwasserdeich aus bietet sich ein herrlicher Blick über die umliegende Landschaft, wie Heiko Björn nach 5,1 Kilometern begeistert feststellt.

Am Feuerwehrgerätehaus findet sich der Beweis, dass es sich hier wirklich um Biederitz und nicht Gerwisch handelt ... Obacht beim Untergrund: Durch den Ort geht es über Kopfsteinpflaster. Vorsicht ist auch ab dem Ortsausgangsschild geboten, kommen doch die Fahrzeuge dem Fuß- und Radweg sehr nahe. Nun steht wieder die Entscheidung an, ob in die Herrenkrugstraße in Richtung Ziel abgebogen oder über die Breitscheidstraße „durchgezogen“ wird.

Fazit: Laufen im Grünen bei weniger Publikumsverkehr als im Stadtpark – der Herrenkrugpark erfüllt diese Kriterien. Für wen es ein bisschen mehr sein darf an Laufkilometern, der hat hier freie Auswahl. Überhaupt punktet der Park mit seinem Übergang zum Biederitzer Busch mit seiner Variationsmöglichkeit.

Einmal losgelaufen, kann während des Laufs frei gewählt werden, wie weit es denn sein soll. Signalisiert der Körper zwischendurch, dass doch nicht die anvisierte Distanz geschafft wird, kann hier und da abgebogen und die Strecke verkürzt werden. Besonders der Parkbereich südlich der Straße „Herrenkrug“ bis zum Elbauenpark bietet mit seinen vielen Parkwegen und Abzweigungen allerhand Kurzstrecken, die Laufeinsteigern aufgrund ihrer überschaubaren Distanz entgegenkommen. „Lange Kanten“ können über Biederitz und Herrenkrug- oder Breitscheidstraße und anschließend die Jerusalembrücke angegangen werden. Oder auch zur Trogbrücke Hohenwarthe.