Magdeburg l 2018 eröffnete an der Brenneckestraße in Magdeburg ein neues Fachmarktzentrum mit Baumarkt, Fitnessstudio und Lebensmittelmarkt. Nun will das Unternehmen, das dieses Projekt realisiert hat, die Gesellschaft für Projektentwicklung und Management mbH (GSP), eine weitere Brachfläche an der Straße bebauen. Mit einem Exposé sind Vertreter in den Stadtratsfraktionen unterwegs, um das Vorhaben vorzustellen. Der Volksstimme liegt das Papier vor.

Extreme Bodenverseuchung

Konkret geht es demnach um das circa 35.000 Quadratmeter große Areal an der Kreuzung Salzmannstraße, auf dem zu DDR-Zeiten die Gubelas-Chemiefabrik für Farben und Lacke zu finden war. Die Industriehallen wurden zwar bereits vor acht Jahren abgerissen, doch nach Angaben des Projektentwicklers sind deren Spuren noch immer im Untergrund zu finden. Von einer „extremen Kontamination“ mit Schadstoffen ist die Rede. Diese waren bereits beim Bau des Fachmarktzentrums wenige Meter weiter östlich ein Problem gewesen. Doch nun werde man an deren Ursprung herangehen müssen, was eine kostspielige Altlasten-Sanierung bedeuten würde.

Folgen für Sudenburg

Was die Ansiedlung eines Warenhauses dieser Größenordnung für die umliegenden Händler bedeutet, hat die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) untersucht. In unmittelbarer Nähe sind Netto-Markendiscount und Norma zu finden. Wenige Hundert Meter weiter ist das Stadtteilzentrum an der Halberstädter Straße mit Kaufland, Aldi und Lidl Anziehungspunkt für Kunden. Nun sollen 8500 Quadratmeter Verkaufsfläche plus Gastronomie sowie 700 Stellplätze im Untergeschoss dazukommen.

Einzug bis nach Oschersleben

Dennoch sei „lediglich eine moderate Marktabschöpfung“ zu erwarten. Laut Gutachten würden die meisten Kunden des Globus-Marktes aus umliegenden Gemeinden kommen, weil es sich um „kein Stadtteilzentrum mit Nahversorgungscharakter“ handeln soll. Bis nach Staßfurt und Oschersleben reiche das Einzugsgebiet, so die GMA-Analyse.

Globus äußert sich

Auf eine Anfrage der Volksstimme zum Stand des Projektes hat die GSP bislang nicht geantwortet. Die Globus-Kette selbst hat allerdings reagiert. Enrico Wilde, Regionalleiter Standortplanung bei dem Handelsunternehmen, erklärt: „Wir sind stets auf der Suche nach geeigneten Flächen, um möglichst vielen unserer Kunden einen bequemen Einkauf vor Ort zu ermöglichen. Für den Standort Magdeburg gibt es allerdings aktuell keine konkreten Planungen.“

Die Volksstimme bat auch den Sudenburger Geschäftsstraßenmanager Michael Hoffmann um eine Stellungnahme zu möglichen Auswirkungen einer Ansiedlung. Mit Verweis darauf, dass der neue Markt außerhalb seines Tätigkeitsbereichs, der Halberstädter Straße, liege, lehnte er das ab – obwohl dieser potenziell Folgen für die Händler ebendort haben könnte.