Magdeburg l Mit dem Abschluss der Badesaison setzte die Stadtverwaltung auch der „Erlaubnis“ im öffentlichen Bereich des Neustädter Sees und des Barleber Sees abzutauchen ein Ende. Schilder weisen seit Anfang September auf das Schwimmverbot fernab der Saison hin.

Klar, Otto-Normal-Magdeburger hat zur kalten Jahreszeit ohnehin nicht das Bedürfnis, in die eiskalten Fluten zu springen. Eine Gruppe Hartgesottener zelebriert dies jedoch seit mehr als drei Jahrzehnten.

Die Magdeburger Elbröwer kennen kein Zittern und Bibbern. Sie gehen auch im tiefsten Winter ins Wasser. Doch hat dies mit dem Schwimmverbot ein jähes Ende gefunden? „Nein“, beruhigt Stadtsprecher Michael Reif. „Die Elbröwer dürfen nach wie vor zum Eisbaden in den Neustädter oder Barleber See springen. Alle Einzelheiten werden dazu im Vorfeld rechtzeitig abgestimmt“, erklärt er.

Auftakt am 1. November

Natürlich steht die Sicherheit der Eisbader an oberster Stelle. Daher sind die Elbröwer auch Mitglied der Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes. Diese ist alljährlich dabei, wenn die Elbröwer in die eisigen Fluten springen. Auftakt ist, so sei es Tradition, der erste Sonntag im November. Dieser fällt 2020 gar auf den 1. November.

Ein Datum, das Wolfgang Rudolf kaum erwarten kann. Seit 36 Jahren ist er ein Elbröwer, der mit allen Wassern gewaschen ist. Ohne mit der Wimper zu zucken steigt der 79-Jährige auch ins von Eis bedeckte Wasser – deutschlandweit.

So manches Mal musste dem Magdeburger und seinen Mitstreitern schon ein Loch ins Eis geschnitten werden, damit sie eintauchen konnten. Zu kaltes Wasser gebe es für ihn nicht. „Ein Eisbad hält schließlich fit und stärkt das Immunsystem.“