Magdeburg l Das Spiel- und Projekthaus am Kleinen Cracauer Anger im Elbauenpark steht weiterhin leer. Bereits im Herbst 2018 hatte sich der Verein „Haus Natursinn“ vom Standort verabschiedet und das Spielhaus geräumt. Mittlerweile verhandelt die Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg (MVGM) als Betreiberin des Elbauenparks mit einem potenziellen Nachmieter. Mehr kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden, heißt es auf Volksstimme-Nachfrage. Wer einzieht, ist offen.

Das extravagante Objekt wurde 2015 zum Haus „Natursinn“ – einer Begegnungsstätte mit Ausrichtung auf Kunst, Natur und Pädagogik. Künstler, Pädagogen, Theaterleute, Designer, Landschaftsgärtner: Die Macher waren eine bunt gemischte Gruppe, die ein Ziel vereinte: Sie wollten dazu beitragen, dass Kinder und Erwachsene ihre Sinne wieder oder überhaupt für die Natur schärfen. Nach drei Jahren war Schluss. Das Team geht zukünftig andere Wege im Bereich der Garten- und Ökopädagogik. „Das Haus Natursinn wird zum Ende des Jahres abgewickelt“, erklärt Geschäftsführerin Annett Kriewald auf Volksstimme-Nachfrage.

Auch Kooperation vom Tisch

Auch die Kooperation mit dem Betreiber vom Stadion „Neue Welt“ für das geplante Naturkompetenzzentrum ist vom Tisch. Die Vereinsmitglieder werden sich nicht weiter in das Projekt an der Berliner Chaussee einbringen. Eigentlich wollte der Verein dort zukünftig eine neue Heimstätte finden.

Das kunterbunte Spielhaus befindet sich im Elbauenpark im nördlichen Bereich des Kleinen Cracauer Angers. Hier führten seit der Eröffnung zur Bundesgartenschau 1999 die Kinder Regie: In einem großen, aufwendig gestalteten Innen- und Außenbereich hatten Besucher von 0 bis 14 Jahre unter Begleitung von Studierenden der Hochschule Magdeburg-Stendal kostenfrei die Möglichkeit, sich nach Herzenslust auszutoben.

Nachdem die Hochschule noch versucht hatte, gemeinsam mit Verbänden der Kinder- und Jugendarbeit ein Programm zu organisieren, musste das Projekt Ende 2014 endgültig eingestellt werden.

Zu wenig Zeit für Betreuung

Die Hochschule begründete das Aus mit veränderten Studienbedingungen. Weil die Studiengänge auf Bachelor umgestellt wurden, habe sich der Studienstoff für die Studenten verdichtet. Für die Projektarbeit im Spielhaus blieb einfach nicht mehr genügend Zeit, um sie in der bisherigen Qualität weiterführen zu können.