Magdeburg l Die SPD-Stadträte Christian Hausmann und Denny Hitzeroth haben das Problem der Promenade an die Verwaltung herangetragen. Im Mai fragten sie im Stadtrat, wie die Radfahrer-Fußgänger-Beziehung entlang der Elbuferpromenade am Schleinufer verbessert werden könnte. Acht Wochen später liegt nun die Antwort vor. Der Inhalt verweist – vereinfacht gesagt – auf ein Gestrüpp von Vorschriften, die zum Teil noch auf die DDR zurückgehen.

Vorplanung wurde in Auftrag gegeben

Verkehrsbeigeordneter Dieter Scheidemann (CDU) ist von der Anfrage nicht überrascht. Bereits vor Jahren sei das Problem erkannt worden. Man habe deshalb eine Vorplanung in Auftrag gegeben. Scheidemann: „Danach müsste der Weg mindestens um einen Meter verbreitert werden.“ Um den Baumschutz einzuhalten, sei eine „schwingende Wegeform“ mit „schmaleren Abschnitten“ eine Option. Dafür liege aber noch keine Planung vor.

Allerdings trifft die Idee auf DDR-Recht. Denn die Parks neben dem Weg wurden in der DDR unter Schutz gestellt, was immer noch gelte. Die Herauslösung der Parks aus dem Schutzstatus habe die Naturschutzbehörde aber abgelehnt mit der Begründung, dass zunächst andere Lösungen gesucht werden müssten. Die Verwaltung schlage deshalb vor, zunächst Piktogramme auf den Weg aufzubringen. Damit sollen die Nutzer zu einem respektvollen Miteinander animiert werden. Dass es mitunter Konflikte gibt, weiß auch Alt-OB Willi Polte zu berichten. Er wohnt direkt in diesem Bereich: „Manchmal wird es eng. Da müssen eben einfach alle etwas vorsichtiger sein. Dann geht das schon.“

Schutzstreifen auf dem Schleinufer

Beigeordneter Scheidemann verwies noch auf eine andere Alternative. Für Radfahrer könne auf der Fahrbahn des Schleinufers ein Schutzstreifen eingerichtet werden, der verpflichtend benutzt werden müsste. Damit wären die Radfahrer von der Promenade verbannt. Allerdings könne dies aus rechtlichen Gründen nicht der Stadtrat festlegen. Außerdem sei dies nur im Rahmen eines Verkehrskonzeptes möglich. Entscheiden müsste dies ohnehin die untere Straßenverkehrsbehörde.

Scheidemann wies zudem darauf hin, dass bei den künftigen Planungen dem „geruhsamen Spazie- rengehen“ der Vorrang vor dem Radverkehr eingeräumt werde.

Piktogramme sollen beiden Seiten helfen

Zudem sei eine verbesserte Beschilderung zu prüfen. Dazu gehöre auch ein Tempolimit am Wochenende auf dem Schleinufer für Autos, damit zu den Hochzeiten des Fußgängerverkehrs Radfahrer die Fahrbahn gefahrlos nutzen könnten. Dies hätte auch positive Effekte für die Verkehrssicherheit und den Verkehrsfluss, so Scheidemann, der letztlich aber keine konkrete Antwort auf die Fragen der Stadträte geben kann. Scheidemann: Es bestehe komplexer Untersuchungsbedarf für Lösungen.

Die Folge: Alles bleibt wie es ist. Fußgänger und Radfahrer müssen weiterhin aufeinander aufpassen. Dafür braucht es weder Prüfungen noch Vorschriften.