Magdeburg l Wenn 2000  Plastik-Enten in die Elbe geschüttet werden, kann dem Umweltschützer schon mal unwohl zumute werden. Die Sorge um die Erde ist in diesen Zeiten groß. Bilder von angeschwämmtem Plastikmüll auf den Meeren dieser Welt haben in der jüngsten Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Nun organisierte die Magdeburger Wohnungsgenossenschaft (MWG) ein Entenrennen auf der Elbe – als Spaß für die Familie und ein Event, das den Fluss, in Richtung dessen sich das Leben in Magdeburg in den vergangenen Jahren immer mehr entwickelt hat, einbeziehen sollte und hatte damit Erfolg. Zahlreiche Besucher verfolgten das Entenrennen zwischen Mückenwirt und Domfelsen. An der Elbuferpromenade war teils kaum ein Durchkommen. Bis zum Domfelsen tummelten sich die Gäste. An der Strecke waren kleinere Kinderkarussells aufgebaut, Livemusik von den Dixie Kings sorgte für Atmosphäre.

In vielen Städten haben Entenrennen bereits Tradition, so dass sich in dieser Nische sogar eine Wirtschaft entwickelt hat, wie Fred Raabe als Chef der mit der Veranstaltung beauftragten Agentur erzählte. Denn inzwischen gibt es Unternehmen, bei denen Organisatoren die speziell angefertigten Enten kaufen können.

Dieses Angebot nutzten auch die Organisatoren der MWG. Bei den Enten handelte es sich nur dem Aussehen nach um die klassischen Quietscheentchen. Die Plastikvögel, die gestern die Elbe eroberten, haben keine Löcher und seien mit Gewichten versehen, so dass sie nicht umkippen können, erklärte Raabe.

Bilder

Sorge um die Umwelt

Bei aller Freude über die gelben Entchen, war am Rand der Strecke aber immer wieder auch ein Satz zu hören: „Die werden doch aber nicht bis nach Hamburg schwimmen.“ Schon aus dem eigenen Interesse heraus sollten die Enten nicht ohne Aufsicht von der Buckauer Fähre „Bernburg“ zu Wasser gelassen werden. Denn wenn die Veranstaltung gut angenommen wird, soll daraus ein jährliches Event werden, war von Mitarbeitern der MWG zu erfahren – und die Enten natürlich wiederverwendet werden. „Bis Rothensee schafft es keine“, versprach Fred Raabe.

Die Helfer der Wasserwacht und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft waren daher mit einem Spezialauftrag auf der Elbe unterwegs. Sie waren dafür verantwortlich, alle Enten ins Ziel zu geleiten und wieder einzusammeln, so dass keine abhanden kommen sollte.

Netze spannen, sei nicht möglich

Netze zu spannen, sei auf der Elbe nicht möglich, erklärte Fred Raabe. Stattdessen wurde auf zwei Leinen zurückgegriffen, wie sie in Schwimmhallen zu finden sind. Sie wurden zwischen je zwei Booten gespannt. Auf diese Weise sollte verhindert werden, dass die Enten abtreiben. Bis zum Ziel auf Höhe des Elbbalkons glückte das auch gut.

Doch die Helfer hatten nur vereinzelt Kescher an Bord und die Enten drifteten spätestens am Domfelsen weit auseinander, so dass es nur schwer möglich war, sie wieder einzufangen. Fünf Boote fuhren den Enten hinterher und voraus. An Bord jeweils mehrere Personen, die überwiegend mit den Händen versuchten, die Enten aus dem Wasser zu holen. Durch den Motorantrieb und die dadurch ausgelösten Wellen trieben die Enten aber immer wieder ab.

Damit konfrontiert, versicherte Fred Raabe am Abend noch einmal: „Alle Enten werden wieder eingesammelt.“ Das hätten sich Wasserwacht und Deutsche Lebensrettungsgesellschaft fest vorgenommen. Wie viele Enten tatsächlich eingesammelt wurden, war gestern nicht mehr zu erfahren. Raabe versprach: „Wir werden die Veranstaltung gewissenhaft auswerten und bei Bedarf an entsprechenden Schrauben drehen.“ Vielleicht werde der Zielstrich bei einer Wiederholung noch etwas verlegt, küdigte er an. Er erklärte zudem, dass die Organisatoren für Vorschläge in alle Richtungen offen seien.

LED-Wand am Domfelsen

Das Entenrennen wurde auf eine LED-Wand am Domfelsen übertragen, so dass die Besucher die Enten auf der Rennstrecke von dort aus gut mitverfolgen konnten.

Ehe am Nachmittag das Rennen der kleinen Enten startete, maßen sich noch einige Magdeburger Promis auf aufblasbaren Schwimmtieren auf der Elbe – ausgestattet mit Neoprenhosen und -schuhen sowie Schwimmwesten und natürlich begleitet von Booten. Mit dabei waren Simone Borris als Sozialbeigeordnete der Stadt, FCM-Fußballer Christian Beck, SCM-Geschäftsführer Marc Schmedt, Boxer Robert Stieglitz und MWG-Chef Thomas Fischbeck. Gewonnen hat dieses Rennen Christian Beck.