Abschiebegegner

Erneut Demo vor Flüchtlingsheim

Magdeburg (ad) I In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat es erneut Proteste gegen eine Abschiebung vor dem Flüchtlingsheim in Westerhüsen gegeben. Etwa 60 Personen versuchten friedlich, die Ausweisung des Eritreers Adhanom Gebrehet nach Italien zu verhindern. Der 33-Jährige war nach eigenen Angaben aus seinem Land geflüchtet, weil er nicht im Militär dienen wollte. Er flüchtete über den Sudan, Libyen, Mittelmeer nach Italien - wohin er nun nach Dublin-Verfahren abgeschoben wurde. Die Demonstranten kritisieren das. Das Asylsystem in Italien gilt als überlastet.

Der 33-Jährige sollte bereits vor mehreren Wochen schon einmal abgeschoben werden. Damals hatte eine Aktivisten-Gruppe das verhindert. Auch dieses Mal versammelten sich etwa 60 Personen, um die Abschiebung zu verhindern. Nach mehrmaligen Aufforderungen der Polizei lösten die Demonstranten die Blockade selbst auf. Der 33-Jährige begab sich mit gepackten Koffern in Polizeigewahrsam. Zeitgleich wurde auch ein Mann aus dem Niger abgeschoben.

Während der Blockade war die Straße Alt Westerhüsen gesperrt. Es kam zu Behinderungen im Nachtverkehr der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB).

In ihren Leitlinien hat sich die Landeshauptstadt dazu verpflichtet, Abschiebungen anzukündigen. Weil es in den vergangenen Monaten gehäuft zu Blockaden gekommen ist, gibt es im Magdeburger Stadtrat bereits erste Stimmen, die eine Überarbeitung der Abschiebepraxis für notwendig halten und eine Rückkehr zur Nichtankündigung befürworten.