Magdeburg l Neben der künftigen Straßenbahntrasse vom Damaschkeplatz bis zur Mittagstraße befindet sich ein Weg. Benötigt wird er für Reparaturen oder Inspektionen oder von Rettungsfahrzeugen. Für den öffentlichen Straßenverkehr war er bislang nicht vorgesehen. Das ist ärgerlich, befanden vor geraumer Zeit Magdeburger Radfahrer. Unter anderem hatte der Allgemeine Deutsche Fahrradclub die Strecke in seinen Vorschlag für einen Radschnellweg durch die Stadt eingebaut, und die Grünenfraktion des alten Stadtrats hatte diesen Wunsch per Antrag formuliert.

Während der Sitzung des Magdeburger Bauausschusses kam das Thema auf den Tisch. Und der Baubeigeordnete Dieter Scheidemann erläuterte, warum aus Sicht der Verwaltung ein Radschnellweg an dieser Stelle nicht ohne enorme Zusatzkosten möglich sei: Der Revisionsweg ist schlicht und ergreifend zu schmal, um den gängigen Ansprüchen an einen solchen Weg gerecht zu werden.

Das Wörtchen „schnell“ fällt weg

Diesen Braten hatten wohl die Sozialdemokraten gerochen: Sie hatten einen vom Ausschuss befürworteten Antrag eingebracht, nach dem die Stadt ein Konzept zur Nutzbarmachung der Wege entlang der Trasse als Radweg entwickeln solle – ohne das Zusatzwörtchen „schnell“ also. Dies, so die Einschätzung des Baubeigeordneten, könnte machbar sein.

Voraussetzung ist jedoch, dass eine Nutzung des an sich nur für eine eingeschränkte Auswahl von Fahrzeugen vorgesehenen Wegs durch Radfahrer auch die Zustimmung durch die Fördergeldgeber findet. Immerhin zahlen Bund und Land rund 80 Prozent der Kosten für das Großvorhaben, das neben der Trasse zwischen Damaschkeplatz mit Editharing und Mittagstraße auch die Strecke bis in den Kannenstieg und durch Raiffeisen- und Wiener Straße sowie die bereits freigegebenen Abschnitte Europaring, zwischen Kirschweg und Neu-Reform und durch die Wiener Straße umfasst.

Neben dem Wohlwollen der Fördermittelgeber geht es auch darum, dass der Revisionsweg fahrradtauglich gemacht werden müsste. Unter anderem umfasst dies einen entsprechenden Bodenbelag, die Wegeführung an Haltestellen und bei der Überquerung von Straßen sowie die Ausschilderung. Eingebettet wäre die Freigabe der Strecke in die Verkehrsentwicklungsplanung 2030plus, in der in den vergangenen Monaten die wichtigen Verkehrsvorhaben für die kommenden Monate zusammengetragen wurden. Vor kurzem erst hatte Magdeburg beim Fahrradklimatest die Note 4,2 erhalten. Im Vergleich zu Städten einer ähnlichen Größe ist das ein durchschnittlicher Wert. Sehr viel bessere Werte hatten eher kleine Städte erreicht.