Magdeburg l Nein, so kann es nicht weitergehen. Die Entsorgung des Mülls, der sich auf der Grünfläche zwischen Rennebogen und Bundesstraße (B) 1 rund um den markanten Erdhügel „Kümmelsberg“ in Magdeburg verteilt, haben Lissy Habermann (12), ihr Bruder Louis (10) und Freundin Joceline Müller am Dienstag, 6. Februar, in die eigene Hand genommen.

Sie organisierten einen Putzeinsatz, um beispielsweise Hinterlassenschaften der Silvesternacht zu beseitigen. Ihrem Aufruf folgten freiwillige Helfer wie Mitarbeiter der Abteilung „Reinigung“ der Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) „Otto von Guericke“. „Der Einsatz der Kinder ist großartig. Wir möchten sie gern unterstützen“, war auch Christian Herrmann von der Städtischen Abfallwirtschaft begeistert. Die Stadt stellte einen Container zur Verfügung und übernahm die Entsorgung des Unrats, der sich schnell ansammelte.

Anpacken, statt zu meckern

„Es ist erschreckend, wie viel Müll hier liegt“, stellten die Initiatoren einstimmig fest. Neben Plaste, Gläsern und Hausmüll fischten sie auch eine Straßenabsperrung aus einem der Gebüsche im Bereich des großen Ausguckhügels an der B1 und des nahegelegenen Spielplatzes. „Es ist schön, dass sich uns auch andere angeschlossen haben, die mit anpacken“, sagte Lissy Habermann.

Ihr Einsatz kam nicht von ungefähr. „Seit drei Jahren wohnen wir hier und die Kinder nutzen die Fläche zum Spielen und Hundausführen. Der viele Unrat, über den sie dabei in der Natur stolpern, war immer wieder ein Thema“, so ihre Mutter, Jana Habermann. Doch anstatt zu meckern, beschlossen die jungen Bewohner nun zu handeln. „Wenn jeder ein bisschen mit anpackt, können wir gemeinsam viel erreichen“, war sich Joceline Müller sicher.

Erwachsene helfen mit

Und die Rechnung ging auf: Es entwickelte sich eine generationenübergreifende Gemeinschaftsaktion mit über 20 Teilnehmern. Kinder, Erwachsene und Senioren waren bei winterlichen Temperaturen eifrig dabei, die illegale Müllentsorgung zu beseitigen. „Toll, wie sich die Kinder einsetzen und mit guten Taten vorangehen“, befand die Kinderbeauftragte der Stadt, Katrin Thäger.