Stadtrat

Fraktion will mehr Rummel für den Magdeburger Elbauenpark

Riesenrad, Labyrinth oder Erdbeerhof: Die Fraktion Gartenpartei/Tierschutzallianz im Stadtrat von Magdeburg fordert neue Attraktionen für den Elbauenpark. Die Betreiber verweisen auf Modernisierungen.

Von Konstantin Kraft
Die Gartenpartei/Tierschutzallianz will neue Attraktionen auf den Cracauer Anger holen.
Die Gartenpartei/Tierschutzallianz will neue Attraktionen auf den Cracauer Anger holen. Symbolfoto: Swen Pförtner/dpa

Magdeburg - Roland Zander, Fraktionsvorsitzender der Gartenparei/Tierschutzallianz im Stadtrat, geht gerne in den Elbauenpark. Gleichwohl sieht er in der weitläufigen Parklandschaft noch offene Entwicklungspotenziale. In einem Antrag, der heute im Stadtrat aufgerufen werden soll, plädiert er mit seiner Fraktion für eine Neuausrichtung des Elbauenparks. „Uns geht es in der Hauptsache darum, den Elbauenpark attraktiver zu machen“, sagt er der Volksstimme. Vorbehaltlich einer mehrheitlichen Zustimmung durch den Stadtrat, die Gartenpartei/Tierschutzallianz hat drei von 56 Sitzen im Gremium, soll die Verwaltung hierzu verschiedene Möglichkeiten prüfen. Zum Beispiel: „Die Entstehung eines Freizeitparks mit verschiedenen Attraktionen, Karls Erdbeerhof oder auch eine Parkanlage ähnlich der ,Gärten der Welt’ in Berlin mit Irrgarten und Labyrinth“, heißt es.

Als eine gelungene Erweiterung nennt Zander etwa den Kletterpark, der privat betrieben wird. Die Fraktion begründet ihren Vorstoß mit einem vorgeblichen Fehlen von geeigneten Attraktionen und Zielen etwa für einen Sonntagsausflug mit der Familie in Magdeburg. Wie genau der Elbauenpark neu ausgerichtet werden könnte, solle die Verwaltung aufzeigen. Riesenrad und Achterbahn auf einer der großen Grünflächen? Zander spricht auf Nachfrage von Attraktionen wie im Heidepark. Dazu regt er an, die Magdeburger Schausteller mit ins Boot zu nehmen. Diese könnte im Elbauenpark eine zusätzliche Ausstellungsfläche zum Messeplatz bekommen.

Breite Mischung an Angeboten im Park

Für einen Rummel über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen könnte Olaf Haase, Vorsitzender des Magdeburger Schausteller-Verein e. V., den Elbauenpark als eine potenzielle Ausstellungsfläche sehen. An Platz mangelt es nicht. Vorab müsste aber eine vernünftige Basis geschaffen werden, also das Gelände etwa mit Energie und Medien ausgestattet werden, was wiederum mit erheblichen Investitionen verbunden sein dürfte.

Bei den Verantwortlichen im Elbauenpark stößt der Vorstoß von Gartenpartei/Tierschutzallianz auf Vorbehalte: „Der Elbauenpark ist im Gegensatz zu Karls Erdbeerhof, dem Heidepark oder Belantis ein Natur-, Freizeit- und Kulturpark. Er besticht durch seine breite Palette an Angeboten für Jung und Alt, die zum Erholen, zum Spielen, Sport treiben und Action erleben sowie zum Entdecken und Lernen einladen“, unterstreicht Jana Bork, Leiterin Werbung und Öffentlichkeitsarbeit bei der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg GmbH, auf Volksstimme-Nachfrage. Einen Irrgarten gebe es auf dem Gelände ebenfalls bereits. Was den Elbauenpark so „einzigartig und beliebt“ mache, sei die vielfältige Mischung an Angeboten, meint die MVGM-Sprecherin. Dazu zählten auch die Konzerte, Sportevents und Familienfeste im Park.

Erlebniswelt am Wasserspielplatz geplant

Für neue Ideen von privaten Anbietern zeige sich der Park offen. Zumal schon jetzt zahlreiche private Betreiber als Partner aktiv sind. Beispiele: Kletterpark, Parksliding, Minibagger, Souvenirshop und die gesamte Parkgastronomie werden privatwirtschaftlich unterhalten.

Fakt ist aber auch: Im Park bedarf und bedurfte es grundlegender Modernisierungsmaßnahmen. Vorhandene Attraktionen und Kunstwerke wie das Schmetterlingshaus, die Rampe zum Jahrtausendturm oder die Notenständer seien in den vergangenen Jahren modernisiert und repariert worden. Zudem kamen neue Attraktionen wie der Rutschenturm oder das Elbauenzip hinzu. Als Maßgabe gilt jedoch, dass der Elbauenpark als ein „nachhaltiger Park mit vielfältigen Bildungs- und Aktivangeboten für alle Generationen erhalten“ bleibt.

Für die nächste Zeit gibt es im Elbauenpark weitere ambitionierte Modernisierungspläne. In einem ersten Schritt sollen mit Fördermitteln neun Millionen Euro investiert werden, um den bisherigen Wasserspielplatz mit einer „Erlebniswelt Ozeanien“ zu erweitern, mit Lagune, Wasserfall und Piratenschiff für Kinder. Überdies soll auf dem Vorplatz der Seebühne ein neues Multifunktionszentrum gebaut werden, das als Anlaufpunkt für Reisegruppen dienen soll und künftig auch als Kulisse für Ausstellungen und Lesungen herhalten könnte.