Magdeburg/Köln l Bis 22. August 2019 präsentieren sich 15 Aussteller aus Sachsen-Anhalt dem breiten Fachpublikum auf der Gamescom in Köln. Bei der Gamescom handelt es sich um die weltgrößte Computer- und Videospielemesse. Sachsen-Anhalt ist zum ersten Mal mit einer eigenen Landespräsentation beteiligt. Und unter den Ausstellern befinden sich auch einige aus Magdeburg.

Magdeburger stellen aus

2tainment: Mit dabei ist so die 2tainment GmbH, die PC- und Videospiele entwickelt. Der Fokus liegt auf der Entwicklung und Vermarktung von Hardware- und Software-Unterhaltungsprodukten auf internationaler Ebene. „Das firmeneigene Entwicklungsteam legt besonderen Wert auf die Implementierung eigener Inhalte für die virtuelle und erweiterte Realität sowie auf die Unterstützung externer Entwicklungsstudios, deren Spiele von 2tainment vermarktet werden“, heißt es seitens des Magdeburger Unternehmens. Daneben geht es 2tainment auch branchenübergreifend um Forschung und Entwicklung unter anderem bei der Entwicklung medizinischer Projekte. Werkzeuge der Virtuellen Realität und der Erweiterten Realität – bei der virtuelle Projekte in reale Bilder eingebettet werden – können so zur Verbesserung herkömmlicher Behandlungsmethoden beitragen.

3DQR: Das ebenfalls aus Magdeburg stammende Unternehmen 3DQR entwickelt ebenfalls im Bereich der Erweiterten Realität. Das Unternehmen verknüpft seine Produkte mit der bestehenden Technologie von QR-Codes. Diese Idee ist preisgekrönt und zum Patent angemeldet. Sie besteht aus einer App und einer Online-Plattform zur Erstellung von 3D-AR-Inhalten. Über eine Webplattform können Unternehmen ihre eigenen Augmented-Reality-Inhalte erstellen und eigene Daten hochladen und einbinden.

Silver Seed: Ein weiteres Unternehmen aus Magdeburg zeigt, dass die auf der Computerspielmesse präsentierten Lösungen auch weit über die Unterhaltung hinaus von Bedeutung sind. Silver Seed Games wurde 2013 gegründet und befasst sich eigentlich mit Dienstleistungen von der Prozessanalyse und dem Aufdecken von Optimierungspotenzialen bis hin zur Konzeption, Planung und Entwicklung von softwaregestützten Lösungen zur Motivations- und Produktivitätssteigerung. Die Entwicklungen der sieben Mitarbeiter werden deutschlandweit angeboten. Zu den wichtigsten Kunden zählen aber neben öffentlichen Einrichtungen und Softwareunternehmen auch Spieleentwickler.

Acagamics: Den Verein Acagamics gibt es seit 2005 an der Uni, und er möchte Studenten ermöglichen, mit Videospielen und all ihren Facetten zu arbeiten und Spiele zu entwickeln. Ziel ist es, eine Plattform für Studenten aufzubauen und anzubieten, die sich für Spieleentwicklung und Industrie eignet. Auf der Agenda stehen u. a. Kurse und Vorträge, Gastvorträge, Ausflüge zu Ausstellungen und die gemeinsame Arbeit an Spielen

Otto-von-Guericke-Universität und IBG: Unter den Magdeburger Ausstellern sind aber auch die Informatik-Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität, die zu den bedeutenden Ausbildungsstandorten dieser Art weit über die Region hinaus gehört, und die IBG Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt, welche kleine und mittlere Technologieunternehmen wie eben die Spieleentwickler unterstützen soll.

370.000 Besucher erwartet

Die Gamescom stellt übrigens die zentrale Plattform für die europäische Computer- und Videospielbranche dar und ist die weltweit größte Messe für interaktive Unterhaltung. In diesem Jahr werden rund 370.000 Besucher erwartet. Im vergangenen Jahr nahmen 1037 Aussteller an der Messe teil, 70 Prozent von ihnen kamen aus dem Ausland.

Die Messe wurde im vergangenen Jahr zudem von rund 5000 Journalisten aus der ganzen Welt besucht. Partnerland war im vergangenen Jahr Spanien, in diesem Jahr sind es die Niederlande.

Förderung in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt entwickelt sich verstärkt zum Anziehungspunkt für Startups und junge Unternehmen, die neben Computer- und Videospielen auch Software für industrielle Anwendungen entwickeln. Allein im Bereich der Consumer Electronics sind bereits heute nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit landesweit mehr als 1600 Beschäftigte tätig, im Bereich Software & IT-Services sind es knapp 8000. Dies ist der Grund, warum sich das Land erstmalig an der weltgrößten Computer- und Videospielemesse Gamescom in Köln mit einer eigenen Landespräsentation beteiligt.

„Die Games-Branche entwickelt sich zu einem Innovationsmotor für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt, insofern möchten wir unsere Unternehmen dabei unterstützen, sich auf der weltgrößten Branchen-Messe zu vermarkten und weiter zu vernetzen“, hatte Wirtschaftsminister Armin Willingmann angekündigt. Er verweist auf das Programm „Sachsen-Anhalt digital“ – für das die Mittel erst kürzlich auf 40 Millionen Euro erhöht wurden – und auf die IBG Beteiligungsgesellschaft, mit der Startups u.a. der Games-Branche mit Wagniskapital unterstützt werden. Dies sei bundesweit einmalig, so der Minister.