Magdeburg l Die besten Geschenke kommen von Herzen. Und wenn bald wieder die geliebte Schwiegermutter Geburtstag hat, gibt es in den Magdeburger Gruson-Gewächshäusern ein praktisches Präsent zu bestaunen.

„Woher der Name Schwiegermutterstuhl stammt, lässt sich nicht mehr genau sagen“, erklärt der wissenschaftliche Leiter der Gewächshäuser, Dr. Ludwig Martins. Doch wie entstehen eigentlich die Namen für Kakteen wie den im Volksmund bekannten Schwiegermutterstuhl?

Klares Regelwerk

„Für die botanischen Pflanzennamen, die meist lateinischen oder griechischen Ursprungs sind, gibt es ein klares Regelwerk. Für die deutschen Bezeichnungen nicht. Es kann theoretisch jeder einen deutschen Namen für eine Pflanze oder ein Gewächs geben“, so Martins weiter. Der lateinische Name des besonderen Kaktus lautet „Echinocactus grusonii“. Dabei bezeichnet „Echinocactus“ die Gattung und „grusonii“ ist das sogenannte Artbeiwort.

„Das Artbeiwort wird häufig dem Entdecker oder anderen Wissenschaftlern gewidmet. Entdeckt wurde diese Art, die auch Goldkugelkaktus genannt wird, im Jahr 1886.“ Der Botaniker und Kakteenzüchter Heinrich Hildmann aus Birkenwerder bei Berlin benannte die Art nach dem Magdeburger Hermann Gruson, der zu dieser Zeit einer der größten Kakteensammlungen Europas sein Eigen nannte und ein guter Geschäftskunde war.

In der Natur ist der Kaktus stark vom Aussterben bedroht. „In seiner Heimat Mexiko gibt es nur noch wenige natürliche Vorkommen“, so Martins.  In botanischen Gärten und auch als Zimmerpflanze ist der Schwiegermutterstuhl jedoch weit verbreitet.

Persönlich kennengelernt

Der älteste der Goldkugelkakteen in Magdeburg sei nach Aufzeichnungen der Mitarbeiter um die 150 Jahre alt. „Diesen hat vermutlich schon Hermann Gruson persönlich kennengelernt.“

Wer nun nach einem Geschenk mit Geschichte für die eigene Schwiegermutter sucht, kann sich vorab noch bis Ostern ein Bild in den Gruson-Gewächshäusern machen. Denn ab April soll das noch aus den 1980ern bestehende Kakteenhaus saniert werden.