Magdeburg l Seit dem Frühjahr 2019 ist die Warschauer Straße für den Fahrzeugverkehr komplett gesperrt, die Schönebecker Straße nur einspurig in Fahrtrichtung stadtauswärts befahrbar. Die Hauptverkehrsachse wird ab April komplett gekappt, wie von den Magdeburger Verkehrsbetrieben (MVB) zu erfahren ist.

Die MVB planen im Abschnitt zwischen Benediktinerstraße und Thiemstraße die Gleise zu erneuern, wobei die Fahrspur stadteinwärts bereits fertiggestellt ist. Nun gelte es, die Fahrspur stadtauswärts, über welche die Bahnen bislang in beide Richtungen gefahren sind, zu erneuern, so MVB-Sprecher Tim Stein. Der etwa 500 Meter lange Abschnitt sei „zu lang, um den Straßen- und Bahnverkehr mit Hilfe einer Ampel zu regeln. Es würden sich lange Rückstaus bilden.“ Daher kommt es zur Komplettsperrung, die wohl bis November andauern wird.

Sorge um das Image

Gewerbetreibende wie Susanne Klaus und Ingmar Schwan bezeichnen die Sperrpläne als „nicht tragbar“. Sie verweisen darauf, dass das bisherige Baugeschehen den Kundenverkehr „deutlich spürbar beeinflusst“ und der Stadtteil als No-Go-Area wahrgenommen werde, „da die Anfahrt für Besucher und Kunden zu kompliziert ist“. Oft sei zu hören: „Buckau? Da kommt man doch nicht hin.“ „Und das ärgert uns sehr.“ Außerdem sorgen sie sich um das Image Buckaus, das „sich der Stadtteil, dessen Bewohner und Geschäftsleute in den vergangenen Jahren erfolgreich aufgebaut haben“.

Der Entwicklung der vergangenen Monate wollen die Buckauer mit einem Verein entgegenwirken, der aus der Taufe gehoben werden soll. „Ein Austausch dazu lief bereits sehr gut. Ein Anfang wurde mit einem Logo-Shirt gemacht, das komplett von Buckauern gestaltet und beim Weihnachtsspektakel vertrieben wurde“, so Susanne Klaus. Dies soll die Grundlage für weitere Aktionen und Vorhaben sein. Zudem wolle man als Plattform fungieren, um sich mit den Anliegen von Bewohnern und Kunst- und Gewerbetreibenden bei der Stadt Gehör zu verschaffen.

Dazu zählt der Wunsch nach frühzeitigen Informationen rund um Baugeschehen, Sperrungen und Umleitungen. „Ein erstes Treffen mit Oberbürgermeister Lutz Trümper hat es schon gegeben, auf dem wir aufbauen möchten“, so Klaus weiter. Denn: „Den Kopf werden wir nicht in den Sand stecken, sondern möchten allen zeigen, dass Buckau nicht abgeschnitten ist.“ Als Kontakt kann von Interessierten für ihr Anliegen oder ihre Ideen die E-Mail-Adresse baustelle@engpass-buckau.de genutzt werden.

Weitere Baustellen im Blick

Unternehmer Ingmar Schwan sieht die Sperrung in Buckau auch aus dem Blickwinkel kritisch, „dass es in diesem Jahr neben den bestehenden Großbaustellen wie der des Tunnels noch weitere Bauvorhaben geben wird, die das Geschehen auf den Straßen in der Stadt beeinflussen werden“.

So wird die Autobahn 2 bei Magdeburg runderneuert und bekommt die Elbebrücke zwischen Hohenwarthe und der Stadt eine Reparatur. Kommt es zu Staus auf der vielbefahrenen A2, rollt der Verkehr durch die Stadt. Zudem ist im zweiten Halbjahr im August-Bebel-Damm ein Neubau der Straßenbahntrasse geplant, die während des Hochwassers 2013 beschädigt wurde. Es steht auch noch der Baustart für die neue Elbbrücke aus.

Details zum weiteren Bauverlauf in Buckau werden die Verkehrsbetriebe am 15. Januar bei einer Informationsveranstaltung bekanntgeben. Diese findet im Kinder- und Jugendclub „Hot – Alte Bude“ in der Karl-Schmidt-Straße 12 statt und richtet sich an Bewohner und Gewerbetreibende. In der Woche vom 20. bis 24. Januar wird erstmals eine Baustellensprechstunde angeboten, „bei der man sich mit Fragen an die Mitarbeiter wenden kann“, so Tim Stein. Der Infocontainer wird im Bereich des Aldi-Parkplatzes an der Schönebecker Straße aufgebaut und soll regelmäßig für die Sprechstunde geöffnet sein.

Umleitung noch unklar

Wie der Fahrzeugverkehr mit Beginn der Sperrung der Schönebecker Straße umgeleitet wird, ist noch offen. Eine Nachfrage dazu sowie zu den Möglichkeiten, wie Bewohner und vor allem Gewerbetreibende unterstützt werden können, ist von der Stadtverwaltung damit beantwortet worden, dass der Termin und dessen Inhalte sich noch in der Abstimmung zwischen den einzelnen Beteiligten befänden. „Dieser Abstimmungsprozess wird nicht vor dem 10. Januar abgeschlossen sein, weshalb derzeit keine Auskünfte dazu gegeben werden können“, so Stadtsprecherin Kerstin Kinszorra.

Die MVB lassen in der Warschauer Straße eine neue Trasse als Teil des Großprojektes 2. Nord-Süd-Verbindung errichten, die den Lückenschluss zwischen den Stadtteilen Buckau und Leipziger Straße vollzieht. Außerdem wird ein bestehender Gleisabschnitt in der Schönebecker Straße erneuert.