Magdeburg l Damit am 12. Mai die Züge auch auf den Gleisen 2 bis 5 auf dem Magdeburger Hauptbahnhof wieder rollen können, gibt es einen straffen Fahrplan. Ab dem 25. April werden u. a. die Oberleitungen unter Strom genommen. Und vom 28. April, 18 Uhr, bis 29. April, 4 Uhr, unter anderem an der Leit- und Sicherungstechnik gearbeitet, um die neuen Anlagen in das elektronische Stellwerk Magdeburg einzubinden. Bis einschließlich 11. Mai werden jeweils in den Nächten die Leit- und Sicherungstechnik sowie die Gleis- und Oberleitungsanlagen geprüft und abgenommen.

Vom Sonnabend, 11. Mai, 23.30 Uhr, bis Sonntag, 12. Mai, 12 Uhr, gehen dann die neuen Eisenbahnanlagen an den neu gebauten Bahnsteigen 2 bis 5 in Betrieb. Der bis dahin genutzte Bahnsteig 13 wird ab diesem Zeitpunkt nicht mehr genutzt. Wegen der Arbeiten gibt es auch Umleitungen und Schienenersatzverkehr (siehe Infokasten).

Hier fehlt ein Geländer, da ein Schild

Birgit Hartmann leitet das Projekt rund um Gleise und die dazugehörigen Anlagen am Magdeburger Hauptbahnhof von Seiten der Deutschen Bahn. Sie sagt: „Es geht zurzeit um unzählige kleine Restarbeiten.“ Zwar sieht ein Teil der Bahnsteige bereits so aus, als ob hier im nächsten Moment der erste Zug einrollen könnte. Doch an der einen Stelle muss noch ein Geländer angeschraubt werden, an der anderen fehlt noch ein Schild, an einer dritten muss noch der Bodenbelag auf den Bahnsteig aufgetragen werden.

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Tests über Tests in einem komplexen System

„Da ein Bahnhof ein sehr komplexes System ist, wird hier dieser Tage alles genauestens kontrolliert und getestet. Alle Fehler müssen beseitigt werden“, berichtet sie.

Wie penibel diese Prüfungen sind, zeigen wenige Beispiele: So wird jeder Stab der Oberleitungen einzeln überprüft. Fehlerhafte Verschraubungen an Erdungen müssen ausgebessert werden. Mit Kamerafahrten werden die Kanäle der Entwässerung auf dem Gelände kontrolliert. Und unter den Lampen wird gemessen, wie hell diese leuchten.

Und bis zum Schluss stehen Änderungen an Details an. Ein Beispiel ist der Übergang zwischen den Treppenhäusern, die den Fußgängertunnel mit den Bahnsteigen verbinden. Hier wurde unter anderem jetzt entschieden, das Geländer noch einmal zu verändern.

Sichtbare Signale sind wichtig

An den komplett neuen Gleisen, für die die Gleisbauer zum Teil mehr als anderthalb Meter Boden ausgehoben haben, sind ebenfalls immer einmal wieder Anpassungen erforderlich. Ein Beispiel sind die Signale, deren Sichtbarkeit für die Lokführer gewährleistet sein muss: „An einigten Stellen ist es erforderlich, dass Anzeigentafeln umgehängt werden.“ Grund: Aufgrund anderer Schilder ist die Sicht auf sie nicht frei. Das sind Details, die sich auch bei einer guten Planung nur schwer komplett vorhersehen lassen, so die Einschätzung von Birgit Hartmann.

Änderungen gehören zum Standardprogramm

Auch für damit verbundene Restarbeiten ist ein Zeitpuffer eingeplant. „Nach jetzigem Stand kann ich daher auch sagen: Wir liegen wirklich gut im Plan“, erklärt Birgit Hartmann. Noch in diesem Jahr sollen nach Möglichkeit alle Arbeiten rund um die Gleise der Bahn abgeschlossen werden.

Noch nicht fertig ist bei der Freigabe der Gleise 2 bis 5 am 12. Mai der Aufzug auf Bahnsteig 5. Dessen Fertigstellung erfolgt ein bis zwei Monate später. Bis dahin müssen die Reisenden den Aufzug an Bahnsteig 6 nutzen, der über einen Weg durch eine kleine Grünfläche zu erreichen ist.

Ein Blick in die Treppenhäuser zur Ernst-Reuter-Allee verrät, dass dort die Arbeiten auf Hochtouren laufen: Inzwischen wurde über den Rohren für Leitungen Beton gegossen. Mit der Freigabe zum 12. Mai sollen die Treppenhäuser als Zugang zu den Bahnsteigen nutzbar sein. Allerdings wird der Weg unterhalb zunächst je nach Baufortschritt nur in eine Richtung offen sein. Und damit taugt er zwar als Zugang zu den Gleisen der Bahn – zunächst aber noch nicht als Durchgang für Passanten zwischen Stadtfeld und Innenstadt.

14 Monate lang konnten die Züge übrigens auf den Gleisen 2 bis 5 wegen des umfangreichen Umbaus nicht fahren. Zuvor waren die Gleise 6 bis 13 über die Reuterallee und weitere Gleisanlagen des Magdeburger Hauptbahnhofs saniert worden.

Noch nicht in Betrieb geht am 12. Mai übrigens das Gleis 1. Der Grund: Am alten Bahnsteig 1, der künftig nur noch als Fluchtweg genutzt wird, sind die Arbeiten bis dahin noch nicht abgeschlossen und die Fassade des benachbarten Bahnhofsgebäudes wird umfangreich saniert. Dazu wird Baufreiheit benötigt. Zum Fahrplanwechsel im Dezember soll auch Gleis 1 wieder ans Netz gehen. Die dort fahrenden Züge sind dann vom gemeinsamen Bahnsteig der Gleise 1 und 2 erreichbar.

Fußgängertunnel wird erneuert

Mit dem 12. Mai geht der Schwerpunkt der Arbeiten der Deutschen Bahn übrigens vom Spurplan Mitte – sprich den Gleisanlagen, der zugehörigen Technik und den Bahnsteigen – auf den Bereich der Station über. Unter anderem soll der Fußgängertunnel neu gestaltet werden.

Weitere Bilder unter  www.volksstimme.de/magdeburg  im Internet.