Magdeburg l Dass der Magdeburger Citytunnel teurer wird, stand seit Wochen fest. Am 7. Dezember 2017 hat der Stadtrat Magdeburg nun den Weg zur Finanzierung der Kostensteigerung frei gemacht.

Unter anderem sollen dazu Rückstellungen verwendet werden. Die Gesamtkosten sollen jetzt knapp 140 Millionen Euro betragen. Das sind rund 35 Millionen Euro mehr, als zuletzt vermutet. Einen Teil der Kostensteigerung soll laut Kreuzungsvereinbarung auch die Deutsche Bahn übernehmen. Unter anderem mussten Planungen zu Bohrpfählen und zum Äußeren des Tunnels verändert werden.

Linke fordern Stopp des Tunnelbaus

Die Magdeburger Stadtratsfraktion Die Linke/Future ist derweil mit ihrem Antrag, den Tunnelbau zu stoppen, durchgefallen. Inzwischen, so war bereits Tage zuvor in Ausschüssen des Stadtrats zu erfahren, seien die Arbeiten so weit vorangeschritten, dass ein Baustopp keinen finanziellen Nutzen bringen würde. Zudem wäre dann nicht klar, wie Autos, Straßenbahnen, Fußgänger und Radfahrer das Nadelöhr unter den neuen Eisenbahnbrücken passieren können. Grund: Die neuen Brückenüberbauten, die die rund 120 Jahre alten Stahlkonstruktionen ersetzen, sind etwas niedriger und etwas enger.

Kritiker hatten vor Beginn der Planungen unter anderem gefordert, als Alternative zum Tunnel auf eine Vertiefung der Straße unter den Eisenbahnbrücken zu setzen. Zudem hatte es von Anfang an Zweifel gegeben, ob die Arbeiten an dem Tunnel bei laufendem Verkehr vonstatten gehen können. Tatsächlich ist die Passage auch für Straßenbahnen, Fußgänger und Radfahrer seit Monaten und mindestens bis Ende 2018 entgegen den ursprünglichen Planungen nicht möglich.

Hauptbahnhof Magdeburg wird saniert

Das Bauvorhaben mit Tunnel und Eisenbahnbrücken ist für die Deutsche Bahn eingebettet in eine 500-Millionen-Euro-Investition in den Eisenbahnknoten Magdeburg. Unter anderem werden in diesem Zusammenhang neue Gleise verlegt und es wird neue Technik installiert. Auf dem Magdeburger Hauptbahnhof werden im Zuge der Sanierung auch die Bahnsteige neu gestaltet.

Mehrere Klagen hatten den Beginn der Arbeiten um Monate verzögert. Neben unerwarteten Hohlräumen hinter der alten Mauer zum Bahnhofsgelände und den Planungsfehlern, die für einen Teil der Kostensteigerung ausschlaggebend sind, sehen Befürworter des Bauvorhabens in der Verzögerung durch die Gerichtsverfahren einen weiteren Grund dafür, dass die ursprünglich geplanten Ausgaben deutlich überboten werden.