Magdeburg l Im Prozess um den rechtsorrientierten Anschlag auf die Synagoge in Halle werden am Mittwoch, 2. Dezember, weitere Plädoyers der insgesamt 21 Nebenklägeranwälte gehalten. Bereits am 22. Prozesstag wurden insgesamt neun Schlussvorträge angehört. Darunter auch die der Anwälte beider Elternteile des verstorbenen Kevin S.. Er wurde vom Angeklagten Stephan B. mit mehreren Schüssen getötet.

Christian Eifler, der die Mutter des erschossenen Kevin S. vertritt, sagt zum Angeklagten: "Sie haben einer Mutter auf ekelhafteste Weise Ihr Kind genommen." Während sich Stephan B., nach einer schweren Operation selbst aufgab, kämpfte sich Kevin S. mit einer Behinderung durchs Leben. "Stattdessen saßen Sie in Ihrem Kinderzimmer vor dem Computer und machten andere für Ihr Schicksal verantwortlich", sagte Rechtsanwalt Erkan Görgülü, der den Vater vertritt, in Richtung des Angeklagten.

Stephan B. hatte am 9. Oktober 2019 versucht, bewaffnet die Synagoge in Halle zu stürmen. Als er scheiterte, tötete er eine Passantin sowie einen jungen Mann in einem Döner-Imbiss. Anschließend flüchtete B. und verletzte dabei mehrere Menschen, bevor er von der Polizei festgenommen wurde. Die Bundesanwaltschaft hat lebenslange Haft und anschließende Sicherungsverwahrung für den Attentäter beantragt.