Magdeburg l Seit vielen Jahren wird von den Nutzern der Haltestelle Westfriedhof in Magdeburg eine barrierefreie Ein- und Ausstiegsmöglichkeit gefordert. Seit 2017 gibt es Beschlüsse des Stadtrats zum provisorischen Ausbau. Nun hat die Stadtverwaltung konkrete Pläne vorgelegt, wie die gewünschte Barrierefreiheit übergangsweise erreicht werden kann.

Große Diesdorfer wird irgendwann ausgebaut

Doch da die Große Diesdorfer Straße irgendwann nach 2022 komplett ausgebaut werden soll, ist die nun vorgelegte Variante keine Dauerlösung.

Dennoch sollen insgesamt 260.000 Euro investiert werden, um dem Bürgerwunsch und dem Stadtratsbeschluss nachzukommen. 50.000 Euro Planungskosten hatten die Stadträte bereits 2018 freigegeben. Der Rest soll nun für das Haushaltsjahr 2020 beschlossen werden. Auf der Mai-Sitzung 2019 wird der Grundsatzbeschluss auf der Tagesordnung stehen.

In der Beschlussvorlage macht die Verwaltung noch einmal deutlich, dass die immer wieder als Vorbild genannte Lösung an der Haltestelle am Adelheidring nicht eins zu eins übertragen werden kann, u. a. weil dort durch die Tunnelbaustelle der Verkehr sehr gering sei.

Nur ein schmaler Weg zur Bahn barrierefrei

Auch sei nur eine Tür der Straßenbahn tatsächlich barrierefrei zugänglich. Als längerfristige Übergangslösung sei diese Variante nicht geeignet.

Was längerfristig bedeutet, wird auch erklärt. Demnach soll die nun vorgeschlagene Lösung am Westfriedhof auch für zehn Jahre Bestand haben können. Denn nach wie vor ist unklar, wie der Ausbau der Großen Diesdorfer Straße zwischen Adelheidring und Diesdorf bezahlt werden soll. Somit ist ungewiss, wie lange das Provisorium Bestand haben wird. Dafür sollen aber die zweite, dritte und vierte Tür der Straßenbahn durch eine entsprechende Anhebung der Fahrbahn mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen leichter zugänglich sein.

Neben der Beschlussvorlage für den Westfriedhof wurde in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters auch die Drucksache für den barrierefreien Ausbau des Halts am Neustädter Friedhof freigeben.

Ampel verteuert Projekt Barrierefreiheit

Dieser soll analog zu dem in Stadtfeld erfolgen, nur liegen die Kosten mit 320.000 Euro leicht über dem Wert dort, weil in Neustadt eine Ampel für Autofahrer installiert werden soll. Auch dort ist langfristig der komplette barrierefreie Ausbau der Strecke zwischen Klosterwuhne und Universitätsplatz avisiert. Hierzu gibt es aber noch keinerlei Konzepte oder Planungen, so dass die Lösung ebenfalls mehrere Jahre herhalten muss.

Werden beide Vorhaben vom Stadtrat Magdeburg bewilligt und in den Etat für 2020 eingeplant, könne die Umsetzung laut Verwaltung ab Mitte 2020 oder Anfang 2021 beginnen – je nachdem, welches Genehmigungsverfahren für die Haltestelle notwendig ist.