Magdeburg l „Für Sudenburg ist das eine ganz schlechte Nachricht“, bewertet GWA-Sprecher Bernd Willerding die Ankündigung der Vertreter der Stadtverwaltung bei der jüngsten Sitzung der Bürgergruppe. Bedingt durch Festlegungen der Prioritäten in Abhängigkeit von den Baukapazitäten der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) sowie der Zuweisung von Fördermitteln, werden erst in 17 Jahren die Haltestellen in Sudenburgs Hauptverkehrsstraße barrierefrei sein, hieß es da.

Ein stufenloser Zustieg zum Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ist ein Dauerthema in der Bürgergruppe, die sich bereits erfolgreich dafür eingesetzt hat, dass die Stolperfallen in den Einfahrtsbereichen der Halberstädter Straße behoben werden. Insgesamt 27 Einfahrten wurden von der Stadt erneuert, es stehen nur noch Restarbeiten aus. „Daher werden wir auch beim Thema ,barrierefreie Haltestellen‘ am Ball bleiben und die Stadt motivieren, das Vorhaben schon früher umzusetzen“, so Willerding. Leidtragende seien ältere, in ihrer Bewegung beeinträchtigte Bewohner wie auch junge Familien, die sich mit einem Kinderwagen bewegen möchten.

„Ich bin entsetzt, auch wenn sich so etwas zuletzt angedeutet hat“, sagt Michael Hoffmann (CDU), der als Vorsitzender des Stadtrates sowie als Geschäftsstraßenmanager für Sudenburg und als Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Sudenburg das Thema „Barrierefreiheit“ im Stadtteil verfolgt. Hoffmann wirbt dafür, dass auf Bundesebene entsprechende Voraussetzungen etwas in Form einer Gesetzesänderung geschaffen werden, „damit barrierefreie Haltestellen ohne ein Planfeststellungsverfahren errichtet werden können“.

Bei dem Thema sei Eile geboten, verweist Hoffmann auf die Altersstruktur in der Stadt. 35 Prozent der Magdeburger sei über 60, 30 Prozent über 65 Jahre alt. „Darauf muss man sich als Stadt einstellen und reagieren“, so der Sudenburger weiter. Allerdings wisse er auch, dass die Verkehrsbetriebe „andere Baustellen haben, die es auch aus Investitionssicht abzuarbeiten gilt“. Beim Umbau der Haltestellen in Sudenburg spielt auch die Straßenbahntrasse nach Ottersleben eine Rolle. Die Machbarkeit der Verlängerung des Netzes gen Süden soll im Rahmen einer Studie abgeklopft werden, ehe mit den Planungen begonnen wird.