Magdeburg l Der Eisenbahnknoten Magdeburg wird derzeit ausgebaut. Dabei werden auch die Gleise, Oberleitungen, Signale und weitere Anlagen erneuert. Damit dies möglich ist, müssen die Bauarbeiter etwa anderthalb Meter – an einigen Stellen auch tiefer – ins Erdreich vordringen. Und hier stoßen sie immer wieder auf Spuren aus der Vergangenheit. Dieser Tage sind das beispielsweise die Reste des Berliner Tors.

Peter Fuhrmann ist aktuell damit beschäftigt, die Reste des Berliner Eisenbahntors freizulegen. Er sagt: „Die Aufgabe der Archäologen ist es, vorsichtig das Mauerwerk freizulegen und es zu dokumentieren.“

Steine seit fast 130 Jahren im Untergrund

Behutsam arbeitet er sich mit den Werkzeugen auf den derzeit stillgelegten Eisenbahngleisen nördlich des Hauptbahnhofs in Höhe der Virchowstraße zu den Steinen vor, die inzwischen fast 130 Jahre im Untergrund geschlummert haben. Die Archäologen vermessen und kartieren das Gelände genau und sichern im Fall der Fälle Fundstücke.

Durch das Eisenbahntor konnten die Züge auf dem Weg zum Magdeburger Hauptbahnhof die Festungsanlagen durchqueren. Erbaut worden war das Tor in den Jahren 1870 bis 1873. Bereits um 1890 waren die oberirdischen Bereiche des Tors aber wieder abgerissen worden, nachdem 1886 der Rückbau der Festungen in ganz Deutschland per kaiserlicher Kabinettsorder festgelegt worden war. Diese hatte auch den Weg frei gemacht für den späteren Verkauf des Festungsgeländes und damit den Bau von Stadtteilen wie der Wilhelmstadt, dem heutigen Stadtfeld-Ost.

Geleitet werden die Arbeiten auf dem Baufeld der Deutschen Bahn, das nördlich des Haltepunkts Hasselbachplatz beginnt und südlich der Brücke über die Walther-Rathenau-Straße endet, von Archäologin Juliane Huthmann. Sie sagt: „Immer wieder finden wir hier interessante Artefakte der vergangenen Jahrhunderte.“

Archäologen dokumentieren auch Details

Im Sinne des Denkmalschutzes wäre es ihr am liebsten, wenn die Fundstücke erhalten werden könnten – für die Sicherheit des Bahnverkehrs ist eben dies aber an allen Stellen einfach nicht möglich. „Aus diesem Grund ist es so wichtig, auch kleine Details zu dokumentieren“, sagt Juliane Huthmann.