Magdeburg/ Wien l Auf der Rückfahrt per Zug aus der Hauptstadt Österreichs nach Magdeburg konnte Johannes Mallow am 17. Dezember 2018 schon wieder ganz entspannt plaudern. Ja, es sei schwer gewesen, aber es hat alles geklappt, sagt der Gedächtnissportler glücklich und gelassen.

Die Tage zuvor aber waren von hartem Training geprägt. Bis zu zwei Stunden täglich trainierte er da seine Merkfähigkeit. Denn nur mit dieser und ein paar ganz speziellen Methoden ist es ihm möglich, was dem Normalbürger nicht selten im Alltag misslingt: Zahlen und Namen listenweise merken. Genau solche Fähigkeiten sind aber gefragt, will man bei den Gedächtnis-Weltmeisterschaften auf die vorderen Ränge rücken.

Zehn Disziplinen sind da zu meistern. Aufgaben wie Ziffern oder Namen merken gehören dazu. Johannes Mallow hat das geschafft. 516 Ziffern und 66 Namen konnte er nach jeweils fünfminütiger Einlesezeit korrekt wiedergeben. Auch bei den acht weiteren Disziplinen erzielte er hervorragende Ergebnisse und kam letztlich auf 7123 Punkte – so viel wie kein anderer der 35 Teilnehmer aus aller Welt.

Damit konnte der Magdeburger bei seiner insgesamt zehnten Teilnahme zum zweiten Mal nach 2012 den WM-Titel erringen. „Ich freue mich sehr“, sagte er über sein Hobby, das er mittlerweile zum Beruf gemacht hat. Seine Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Magdeburg tauschte er mittlerweile gegen die eines Freiberuflers ein. Der zweifache Weltmeister schult andere im Gedächtnissport und gibt Tipps zum richtigen Lernen.