Magdeburg l Sieben Jahre ist das Rekordhochwasser der Elbe von 2013 in Magdeburg mittlerweile bald her und noch immer sind die Schutzmaßnahmen für künftige Extremwasserstände nicht komplett. Um den Wissenschaftshafen besser vor den Elbefluten zu schützen, will die Stadtverwaltung nun einen Damm im Zufahrtskanal von der Elbe errichten. Die ersten Pläne dazu werden demnächst dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt. Fast fünf Millionen Euro soll das Vorhaben nach aktueller Schätzung der Stadt kosten.

Mehrere Varianten

Im Vorfeld waren verschiedene Lösungsmöglichkeiten untersucht worden. So wäre es beispielsweise auch denkbar, einen temporären Verschluss des Kanals durchzuführen. Das würde zwar deutlich weniger kosten, würde aber nur zehn Jahre halten.

Auch eine Erhöhung der Kaimauer im Hafenbecken beziehungsweise zusätzliche Schutzanlagen darauf werden von der Verwaltung nicht favorisiert. Denn um das umsetzen zu können, müsste zunächst die Kaimauer selbst saniert werden. Und das alleine würde mindestens 10 Millionen Euro kosten – ohne die eigentlichen Schutzanlagen. Viel zu teuer für die Stadt.

Im Ernstfall verschließen

Das sogenannte Dammbalkensystem ist aus Sicht der Verwaltung die wirtschaftlichste und nachhaltigste Variante. Es lässt den Zufluss auf sechs Meter Breite offen, kann aber im Ernstfall verschlossen werden. Wie beispielsweise auch beim mobilen Hochwasserschutz am Buckauer Elbufer würde die Feuerwehr bei Bedarf den Verschluss der Lücke durch einzelne Metallbalken anordnen. Deshalb muss auch eine Aufstellfläche für einen Kran eingeplant werden, der die Balken an Ort und Stelle hebt.

Insgesamt reichen die Kosten der untersuchten Varianten von 2,6 bis 6,5 Millionen Euro. Die favorisierte Lösung liegt somit finanziell im Mittelfeld.

Fördermittel beantragen

Der Stadtrat soll mit dem Beschluss bestätigen, dass das Projekt weiter geplant wird und notwendige Genehmigungsverfahren eingeleitet werden. Außerdem sollen Fördermittel aus dem Programm zur Verbesserung des kommunalen Hochwasserschutzes beantragt werden, um den Damm bauen zu können. Bis zu 80 Prozent der Kosten könnten so finanziert werden.

Das Landesamt für Hochwasserschutz plant seit längerem Schutzmaßnahmen direkt entlang des Sarajevo-Ufers, die voraussichtlich ab 2020 umgesetzt werden sollen. Der Zufahrtskanal wäre die letzte Lücke in diesem Bereich, die durch den Damm geschlossen werden soll. Über ihn strömt die Elbe bei Hochwasser in den Hafen.

Beim Hochwasser 2013 gab es im Bereich des Wissenschaftshafens große Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Ein Haus musste danach sogar abgerissen werden.