Magdeburg l Geärgert hat sich Inge Behrens aus Magdeburg, die regelmäßg mit vier Freundinnen zu Gast im Café Alt-Magdeburg ist. Vor der Terrasse des Cafés auf der Rückseite des Hundertwasserhauses sind Parkplätze geschaffen worden. Und die stören das Vergnügen der Frauen. „Wir sind eine Gruppe von sechs 85-jährigen Damen“, schreibt Inge Behrens in einem Leserbrief an die Volksstimme. Immer freitags steht bei ihnen erst ein gemeinsames Mittagessen, dann ein Spaziergang und schließlich Kaffee und Kuchen auf dem Programm.

Viele Jahre sei für das Kaffeetrinken das Café Alt-Magdeburg ihr Ziel gewesen. „Wie enttäuscht waren wir, was man aus diesem Freilichtaufenthalt gemacht hat“, schreibt sie, „es ist eine Kaffeeterrasse mit Parkplatz geworden.“ Nur etwa einen Meter entfernt von den geparkten Autos könne man dort nun seinen Kaffee genießen. Ihr Wunsch wäre, dass wenigstens im Sommer dort nicht geparkt werden darf.

Doch das wird wohl nicht möglich sein. Matias Tosi als Künstlerischer Leiter des Hundertwasserhauses erklärt: „Wir haben dort nur Ordnung geschaffen.“ Denn geparkt worden sei dort schon immer – zulasten der Gäste. Und die Autos hätten auch eine Gefahr dargestellt. Zunächst sei versucht worden, dem wilden Parken mit der Terrasse für das Café zu begegnen. Das habe aber nicht funktioniert. Dann seien dort öffentliche Parkplätze geschaffen worden. Aber auch dieser Versuch sei gescheitert, weil Autofahrer dort kreuz und quer geparkt hätten, so Tosi.

Großer Parkplatz-Bedarf an Grüner Zitadelle

Dann wurden die Plätze mit Parkkrallen abgesperrt und Gewerbetreibenden des Hauses zur Verfügung gestellt, die dort auch einmal Kunden einen Stellplatz zur Verfügung stellen könnten. Der Parkplatzbedarf sei groß: „Das Hotel ist nahezu ausgebucht“, berichtet Tosi. Daher habe das Hotel Parkplätze in der Tiefgarage erhalten, Gewerbetreibende dafür die Parkplätze vor der Terrasse. Das Café sei auch nicht Mieter der Terrasse, berichtet Tosi weiter.

Dort Parkknöllchen von der Stadt verteilen zu lassen, sei nicht möglich, weil es sich um ein Privatgrundstück handele. So könne nur auf Schildern mit dem Abschleppdienst gedroht werden.

Stefanie Hoch als Objektverwalterin erklärte auf Nachfrage: „Es gab immer Parkflächen, die leider auch von Zuliefer-Lkws benutzt wurden.“ Um die Freifläche des Cafés zu schützen, habe der Eigentümer mechanische Hindernisse und aufwendige Blumendekorationen aufgestellt. Das Ensemble Gastfreundschaft, Kindergeräusch, Schönheit und öffentliches Interesse solle im Sinne Hundertwassers gewahrt werden.

Entscheidung liegt beim Eigentümer

Er sei eher froh über die jetzige Situation, sagt Mike Schumann als Leitender Geschäftsführer des Cafés Alt-Magdeburg auf Volksstimme-Nachfrage: „Wir hatten es schon mal mit einer Bepflanzung versucht.“ Das habe aber nicht viel gebracht. Die Entscheidung darüber, ob auf der Freifläche Parkplätze geschaffen werden oder nicht, obliege dem Eigentümer.

Der Café-Betreiber habe darauf keinen Einfluss. Es sei gut, dass noch Blumenkübel aufgestellt worden seien, mit denen die Terrasse des Cafés von den Parkplätzen abgegrenzt wird. Matias Tosi empfahl, vielleicht die Terrasse zum großen Innenhof des Hundertwasserhauses zu nutzen. Inge Behrens sagte im Gespräch mit der Volksstimme: „Seitdem waren wir nicht mehr dort zu Gast.“