Magdeburg l „Wer macht denn nur so was?“, fragt Ingeburg Richard ungläubig und deutet auf mehrere große Tüten, die prall gefüllt sind mit Müll. Die liegen nicht etwa in der Nähe von Mülltonnen, sondern auf einer Grünfläche nahe der Astonstraße in Magdeburg.

Fast täglich schlendert die Seniorin entlang der unbefestigten Wege, um frische Luft zu tanken. „Quasi über Nacht hat jemand den Müll hier illegal entsorgt und sich die Mühe gemacht, ihn mit dem Auto heranzukarren“, so ihre Mutmaßung. Denn anders hätte der Müllverursacher die Menge nicht herbeischaffen können, so die Einschätzung. „Das Gebiet nutzen Kinder zum Spielen und Hundebesitzer, um ihre Tiere auszuführen“, verweist die Volksstimme-Leserin. Es könne durchaus sein, dass vom Inhalt der großen Säcke eine Gefahr für Passanten ausgeht. Ingeburg Richard: „Am liebsten würde ich die Säcke selbst entfernen. Doch davon haben mir Bekannte abgeraten, weil nicht sicher ist, was sich darin verbirgt. Außerdem sind sie zu groß, dass ich sie wegtragen könnte.“

Das hat sie zum Glück nicht getan, sondern der Städtische Abfallwirtschaftsbetrieb (SAB) ist auf Hinweis aktiv geworden. Seit dem Jahr 2012 beschäftigt illegale Müllentsorgung den Eigenbetrieb immer häufiger. Vor fünf Jahren waren es noch 701 Einsätze, bei denen eine Menge von insgesamt 240 Tonnen beseitigt wurde. 2015 ist erstmals die 1000er Marke (1148 Entsorgungen, 313 Tonnen) überschritten worden. 2016 ging die Anzahl auf 1016 Entsorgungen (250 Tonnen) etwas zurück, ist aber im Vergleich zu früheren Jahren auf hohem Niveau. 2016 sind Kosten in Höhe von 31.735 Euro entstanden. Diese müssten eigentlich den Verursachern in Rechnung gestellt werden. Ermittelt werden konnten diese allerdings nicht.

Im Zuge der Beseitigung des illegal abgelagerten Mülls hat die Verwaltung 16 Aufträge an externe Entsorger vergeben. Die Kosten dafür beliefen sich auf 1000 Euro. 2014 waren es noch über 10.000 Euro für insgesamt 19 Aufträge, die vergeben wurden. Die illegale Entsorgung ist übrigens kein Sudenburger Phänomen. Schwerpunkte gebe es nicht, heißt es von der Verwaltung, „die illegalen Ablagerungen befinden sich im gesamten Stadtgebiet“.