Planung startet neu

Immernoch kein Schutz vor Hochwasser in Magdeburger Stadtteil Salbke

Salbke ist einer der letzten Bereiche in Magdeburg, die nach dem Hochwasser 2013 noch keinen Überflutungsschutz erhalten haben. Eine Spundwand ist vom Tisch..

Von Marco Papritz
Bis weit in die Faulmannstraße staute sich das Hochwasser im Sommer 2013 im Stadtteil Salbke.
Bis weit in die Faulmannstraße staute sich das Hochwasser im Sommer 2013 im Stadtteil Salbke. Archivfoto: Dennis Jannack

Magdeburg - Zurück auf Anfang heißt es für den Hochwasserschutz in jenem Stadtteil, der als einer der ersten Bereiche in der Stadt vom Hochwasser 2013, das als Jahrhundert-Hochwasser gilt, betroffen war. Das Vorhaben vom Landesamt für Hochwasserschutz (LHW) und der Landeshauptstadt den Bereich entlang des Flüsschens Sülze vom Bahndamm bis unterhalb des Kuh-angers mit einer Spundwand abzusichern, ist vom Tisch. „Aus Kostengründen kann dies nicht realisiert werden“, wie LHW-Geschäftsführer Burkhard Henning auf Volksstimme-Nachfrage sagt. Die Kosten für den Aufbau der Spundwand im Uferbereich seien zuletzt „explodiert“, der Hochwasserschutz in der angestrebten Form nicht wirtschaftlich, der Einbau der stationären Hochwasserschutzwand zudem wegen des Untergrundes nicht einfach. Dass nun die Spundwand-Lösung nicht weiterverfolgt werde, heiße aber nicht, dass es keinen Hochwasserschutz in Salbke geben werde, macht Burkhard Henning deutlich. „Eine frühere Planung soll aktualisiert werden“, sagt er, ohne Details zu nennen. LHW und Stadtverwaltung stehen im Austausch, der in den kommenden Wochen intensiviert werden soll. „Sobald die Abstimmungen gelaufen und etwas Konkretes feststeht, werden wir die Öffentlichkeit informieren“, so Henning.

Fatales Zeichen

Bei einer früheren Planung wurde davon ausgegangen, dass der Salbker Hochwasserschutz mit jenen in der Kreuzhorst entstehen soll. Mittlerweile sind seit dem Jahrhundert-Hochwasser acht Jahre vergangen. „Dass fast überall in den gefährdeten Bereichen etwas passiert ist, nur in Salbke noch nicht, sorgt für großen Frust“, sagt Dennis Jannack, der nicht nur Stadtrat (Die Linke), sondern auch Vorsitzender des Bürgervereins Salbke, Fermersleben, Westerhüsen ist sowie als Sprecher der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) von Südost fungiert. „Die Bewohner beschäftigt das Thema sehr, wie die vielen Nachfragen und Diskussionen zeigen“, so Jannack. Dass nach all den Jahren noch nichts geschehen sei, sei ein fatales Zeichen für die Entwicklung in Südost „und sorgt sicherlich auch für Demokratieverdrossenheit“.

Das Ausmaß der Überflutung in Salbke, die vom Rückstau der Sülze ausging, sei verheerend gewesen – das Wasser habe bis weit in die Faulmannstraße hinein gestanden.

Dennis Jannack: „Wie schnell sich solche außergewöhnlichen Situationen einstellen können, haben wir damals leidlich erfahren müssen, und das sehen wir nun in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.“