Magdeburg l Globus ist vom Tisch, stattdessen soll nun ein neuer Kaufland-Markt nach Magdeburg kommen. Das ist nach Volksstimme-Informationen der aktuelle Stand für das Gelände des ehemaligen Gubelas-Chemiegroßhandels an der Brenneckestraße. Die Projektgesellschaft GSP aus Hameln hat mit diesem neuen Konzept in den Stadtratsfraktionen für die künftige Entwicklung der Brachfläche geworben.

Das Unternehmen hat bereits das Areal östlich davon mit einem Fachmarktzentrum entwickeln können. Ein Lebensmittelmarkt, ein Baumarkt und ein Fitnessstudio wurden dort 2018 eröffnet. Auf Nachfrage bei dem Unternehmen will man sich vorerst noch bedeckt halten und sich nicht öffentlich äußern, um die neuen Pläne nicht zu gefährden.

Wie schon bei den im Jahr 2019 bekanntgewordenen Ideen, werden Fragen wie die Verkehrserschließung für Klärungsbedarf sorgen. Die Gespräche mit den Fraktionen sollen etwaige Kritikpunkte bereits vor einer möglichen Entscheidung im Stadtrat aus dem Weg räumen.

Magdeburg gilt als attraktiv

Kaufland selbst erklärt auf Volksstimme-Anfrage, dass man „grundsätzlich immer an attraktiven Standorten interessiert und zudem bestrebt sei, das Filialnetz in der Region weiter auszubauen“. Magdeburg zähle auf jeden Fall dazu. Jedoch werde man „keine Aussagen zu einzelnen Standorten machen“, wie eine Sprecherin des Einzelhandelsunternehmens mitteilt.

Spannend wird dann die Frage, was mit dem bestehenden Kaufland-Markt an der Halberstädter Straße passieren würde. Eine zweite Filiale in wenigen Hundert Metern Entfernung erscheint aus wirtschaftlicher Sicht wenig sinnvoll. Kaufland betreibt in Magdeburg drei weitere Märkte: an der Mittagstraße in Neustadt, im Schlachthof in Stadtfeld sowie im City Carré in der Innenstadt.

Worum es am Donnerstag im Bauausschuss unter dem Tagesordnungspunkt „Kaufland Brenneckestraße“ gehen sollte, ist nicht bekannt. Das Thema wurde vertagt.

Altlasten noch vorhanden

Von 1956 bis 1991 wurden auf dem gut 35.000 Quadratmeter großen Gelände an der Ecke Salzmannstraße chemische Produkte wie Farben, Lacke und Säuren gelagert, gemischt und umgeschlagen. Vor neun Jahren wurde es deshalb vom Land für drei Millionen Euro umfangreich saniert. Dennoch müsste laut GSP erneut in die Entfernung von Altlasten investiert werden.

Es wäre nicht die einzige Entwicklung in dem Bereich. Auch für die ehemalige Zuckerfabrik weiter westlich gibt es nach Volksstimme-Informationen Veränderungspläne. Ein Areal, das derzeit gewerblich genutzt wird, ist für den Bau eines Wohnkomplexes mit Platz für Geschäfte vorgesehen.