Magdeburg l An der Hans-Grade-Straße in Magdeburg bestimmt das Baugeschehen das Bild. Seit dem Frühjahr 2019 entsteht auf einem Gelände, das an den Olvenstedter Graseweg grenzt, ein Wohnpark. Den nutzt Humanas nach der Fertigstellung, um einen stationären Pflegedienst und je eine Tagespflege zu kombinieren, so Nico Kamphausen bei einem Treffen der Gemeinwesenarbeitsgruppe (GWA) Neu-Olvenstedt.

Der Pflegedienstleister ist bereits mit einer Tagespflege und einer Einrichtung für betreutes Wohnen im Bereich des Marktplatzes „Olven I“ im Stadtteil aktiv, bringt mit dem Wohnpark (vier Reihenhauszeilen mit je 8, 12 und 14 Wohnungen und einem Bau mit einer Wabenstruktur) nun ein neues Angebot für Menschen an den Start, die auf Pflege angewiesen sind. Und nicht nur das: Es ermögliche Bewohnern von Neu-Olvenstedt, auch im Alter im Stadtteil wohnen bleiben zu können. „Eine Vielzahl der Interessenten, die sich gemeldet haben, stammt aus dem direkten Umfeld oder dem Stadtteil“, berichtete Nico Kamphausen. Um sich über das Angebot zu informieren, „haben sich viele beim Tag der offenen Baustelle eingefunden, das Interesse war groß“, so der Eindruck von GWA-Sprecher Matthias Gehrmann.

Zähes Ringen um Genehmigung

Der Bau des Wohnparks, dem 13. des Unternehmens in Sachsen-Anhalt, soll bis Ende des Jahres/Anfang des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Dann steht schon das nächste Projekt an, das am Bruno-Taut-Ring geplant ist. Die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) „Otto von Guericke“ errichtet zwischen den Wohnblöcken Bruno-Taut-Ring 49-56 und 78-82 einen Wabenbau ähnlich wie im Wohn- und Pflegepark an der Hans-Grade-Straße. Beim Betrieb der 28 Wohneinheiten arbeitet die Genossenschaft mit Humanas zusammen. Nach zähem Ringen ist der WBG nun die Baugenehmigung übermittelt worden. Man stehe noch in Verhandlungen mit der Stadt, ob im Zuge der Wohnanlage ähnlich wie an der Hans-Grade-Straße auch Reihenhäuser mit errichtet werden können, so Vorstand Oliver Hornemann.

Perspektivisch soll der Bau der Wohnanlage Ende 2020 abgeschlossen sein. Zwar wird das Angebot speziell für Senioren im Stadtteil erweitert, neben Tagespflegemöglichkeiten werden auch drei Seniorenheime in Neu-Olvenstedt betrieben (ein weiteres ist im Bereich der Endhaltestelle der Straßenbahn vorgesehen), „eine Sorge um Überalterung ist aber unbegründet“, ließ Hornemann wissen. Viel mehr erweitern sich die Möglichkeiten des Verbleibs im Stadtteil und passen sich den Bedürfnissen an. Wohnen im Alter sei ebenso gefragt wie eine Option, sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen.

Neues Baugebiet wird vorbereitet

Dass bei der Entwicklung von Eigenheimsiedlungen in der Stadt Neu-Olvenstedt mit weit vorn liegt, konnte in den vergangenen Jahren beobachtet werden. Und: Zu den bereits entstandenen Siedlungen am Carl-Krayl-Ring, am Rennebogen und an der Olvenstedter Chaussee gesellen sich weitere. Am Rennebogen/ Bruno-Beye-Ring wird derzeit ein neues Baugebiet vorbereitet und bereits vermarktet, um nur ein Beispiel zu nennen.

In der Summe tragen diese sowie Wohnformen wie Demenz-Wohngemeinschaften und betreutes Wohnen dazu bei, dass die Bewohnerzahl des in seiner Blütezeit einst 30.000 Einwohner zählenden Stadtteils weiter steigen wird. Zwar ist der Stadtteil mit gegenwärtig über 11.400 Bewohnern von dieser Zahl noch weit entfernt und wird diese vermutlich auch nicht mehr erreichen. Aber der Bevölkerungsrückgang, der für den großen Umbau (und damit Abriss einer Vielzahl der für den Stadtteil typischen mehrgeschossigen Wohnblöcke) sorgte, ist schon lange Geschichte.