Magdeburg l Mit 750 Wohnungen hat die Wohnungsbaugenossenschaft Magdeburg-Stadtfeld eG heute wieder ihren größten Bestand in dem Stadtteil, in dem sie ihre Wurzeln hat. In der Stolzestraße gab es die erste Geschäftsstelle, an der Herderstraße entstanden in den 1960er Jahren die ersten Wohnhäuser der Genossenschaft. Bis auf die Sanierung des Altbestandes hat es dort aber jahrelang keine Bauaktivität gegeben. Nun sollen erstmals seit gut 60 Jahren wieder neue Wohnungen in Stadtfeld dazukommen.

Die Genossenschaftler planen auf einem Grundstück an der Harsdorfer Straße einen Neubau mit „Stadtvillencharakter“ zu errichten. „Bis jetzt gibt es aber nur eine bestätigte Bauvoranfrage“, bremst Vorstand Jens Schneider die Erwartungen möglicher Mietinteressenten. Denn bis das Projekt konkret angegangen werden kann, werden voraussichtlich noch gut fünf Jahre ins Land gehen. Daher sind auch die aktuellen Planungen für den Neubau noch nicht in Stein gemeißelt.

An Bedarf von Familien orientieren

Derzeit ist eine Mischung aus Zwei-, Drei- und Vier-Raum-Wohnungen geplant. Da aber immer wieder der entsprechende Bedarf von Familien geäußert wird, seien auch einige Fünf-Raum-Wohnungen denkbar, sagt Schneider weiter. Zumal ohnehin mehr Wohnraum entstehen wird als ursprünglich vorgesehen. Denn einen geplanten Durchgang zwischen zwei einzelnen Gebäuden soll es nach Auflagen der Stadtverwaltung nicht länger geben. Dort wurde eine geschlossene Bebauung entlang der Harsdorfer Straße bevorzugt.

Ob es bei den geplanten 35 Stellplätzen bleibt oder es mehr oder gar weniger werden, wird sich auch in den nächsten Jahren zeigen. Schließlich seien Fahrradstellplätze ebenfalls ein wichtiges Thema.

Bäume müssten für Immobilie weichen

Genau so wichtig wie das Grün, dessen Verschwinden derzeit immer wieder für Unmut bei den Magdeburgern sorgt. Auch auf der Fläche zwischen Wilhelm-Klees-Straße und Martin-Agricola-Straße wachsen etliche Bäume, die für das Projekt weichen müssten. Da sei man aber bereits in guten Gesprächen, was die Ersatzpflanzungen angehe, so Schneider.

Von Vorteil ist, dass die von den Städtischen Werken Magdeburg (SWM) geplante Fernwärmetrasse direkt am Neubau vorbeiführen wird und dieser somit direkt angeschlossen werden kann, sagt sein Vorstandskollege Jörg Koßmann.

Kaltmiete ab 10 Euro pro Quadratmeter

Was die Preise angeht, steht bereits jetzt fest, dass die Kaltmiete nicht unter zehn Euro pro Quadratmeter liegen wird, kündigt Jens Schneider an. Denn für den aktuellen Neubau an der Peter-Paul-Straße liege der Wert schon in diesem Bereich und die Baupreise steigen immer weiter.