Landwirtschaft

In Magdeburg gedeihen die Zuckerrüben

Magdeburg hat auch als Stadt gute Böden. Das zeigt ein Vergleich der Hektarerträge von Zuckerrüben in den kreisfreien Städten und Landkreisen Sachsen-Anhalts.

Von Martin Rieß
Zuckerrüben wachsen auch in Magdeburg.
Zuckerrüben wachsen auch in Magdeburg. Foto: Bauernverband Börde

Magdeburg - Zwar ist die sachsen-anhaltische Landeshauptstadt namensgebend für die Magdeburger Börde und damit für eine der fruchtbarsten Regionen Deutschlands. Doch als Standort für die Agrarproduktion ist die Stadt angesichts großer besiedelter Flächen und angesichts einer im Vergleich zu den umgebenden Landkreisen ohnehin geringen Gesamtfläche nicht unbedingt berühmt.

Doch ein Blick beispielsweise in die Regionaldatenbank Deutschland mit den Hektar-Erträgen für Zuckerrüben zeigt: Dort wo rund um das besiedelte Gebiet auf den Gemarkungen der Landeshauptstadt Ackerbau betrieben wird, geschieht dies mit sehr guten Erträgen. Im Jahr 2019 wurde die sachsen-anhaltische Landeshauptstadt dabei mit ihren 569,2 Dezitonnen pro Hektar allein vom Landkreis Mansfeld-Südharz mit 598,8 Dezitonnen pro Hektar übertroffen. Der Landkreis Börde kam mit 536,4 Dezitonnen pro Hektar ins vordere Mittelfeld, das Jerichower Land mit 458, der Salzlandkreis mit 440,7 und Anhalt-Bitterfeld mit 387,5 Dezitonnen pro Hektar lagen im Mittelfeld.

Die eng mit der Futterrübe und der Roten Rübe verwandte Zuckerrübe wurde erst im 19. Jahrhundert ausgehend von Schlesien gezüchtet, wo auch die erste Zuckerfabrik der Welt gebaut wurde. Doch schnell war auch die Magdeburger Börde ein wichtiger Standort für die Weiterentwicklung von Zucht und Produktion, die das Land unabhängig machte vom Import des in den Tropen beheimateten Zuckerrohrs. Unter anderem zeigt sich das in der Entwicklung des Wanzleber Pflugs Mitte des 19. Jahrhunderts und in zahlreichen Zuckerfabriken in der Region. Inzwischen hat sich die Produktion konzentriert, so dass Zuckerrüben aus der Region inzwischen nahezu komplett in der Zuckerfabrik in Klein-Wanzleben verarbeitet werden.