Tipps gegen weitere Ausbreitung

Da Waschbären im Stadtgebiet nur mit Fallen gejagt werden können, kann seine Ausbreitung vor allem mit diesen Maßnahmen eingedämmt werden:

Mülltonnen/ Biotonnen sichern;

kein Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Brot, Obst auf den Kompost,

Futter für Haustier nicht über Nacht im Garten oder der Terrasse belassen;

Keine Nahrungsreste in öffentliche Papierkörbe werfen

Riesenbärenklau: Pflanzen müssen entfernt werden, Ämter helfen bei der Bestimmung, weitere Ausbreitung konnte verhindert werden.

Magdeburg l In seinem Bericht über die invasiven Arten im Stadtgebiet von Magdeburg nimmt der Ordnungsbeigeordnete Holger Platz (SPD) kein Blatt vor den Mund: „Insbesondere der Waschbär könnte in den nächsten Jahren zum Problemfall werden“, führt er in der Jahresstatistik aus. Und die besagt: Von April 2018 bis März 2019 wurden in Magdeburg zwar 65 Waschbären erlegt, die Plage aber ist schon greifbar. Platz: „Der Waschbär ist in der freien Landschaft und in den Stadtrandgebieten regelmäßig anzutreffen.“

Viele Garten- und Eigenheimbesitzer wissen ein Lied davon zu singen. Erst jüngst hatte die Volksstimme über eine Gartensparte in Ost- elbien und ihr Waschbärproblem berichtet. Der Waschbär stammt aus Nordamerika, gilt als Krankheitsüberträger und Plünderer von Vogelnestern.

Populationen steigen rasant

Die putzigen Tierchen sind aber nicht die einzigen Dauergäste, die nicht in die hiesige Naturlandschaft gehören. Die Jagdstatistik weist auch 27 erlegte Nutrias und 18 beseitigte Marderhunde auf. Die tatsächlichen Bestände dürften aber um ein Vielfaches höher liegen. Nach Angaben aus der Jägerschaft steige die Populationsgröße dieser Tierarten in Magdeburg weiter rasant an, so Platz. Ein Problem: Innerhalb der Stadtgrenzen darf bis auf ganz wenige Ausnahmen wie bei Wildschweinjagden im Stadtpark nicht geschossen werden. Im bewohnten Bereich können Waschbären daher nur in Lebendfallen gefangen und anschließend abgeschossen werden.

Gegen einen weiteren Schädling hilft ohnehin weder Schießpulver noch Patrone. Der Laubholzbockkäfer hat als ebenfalls invasive Art Rothensee und angrenzende Bereiche seit Jahren fest im Griff. Mitarbeiter der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau haben allein in diesem Jahr 15 Fundstellen an Bäumen ausgemacht. Die Folge: Die Laufzeit der Quarantäne verlängert sich damit automatisch bis Mai 2023. Zudem sind weitere Baumfällungen möglich. Wie es mit den Folgen des Käferbefalls weiter geht, werde anlassbezogen berichtet, so Platz.

Einen Erfolg gibt es lediglich aus der Pflanzenwelt zu berichten. Der giftige Riesenbärenklau habe sich nicht weiter ausgebreitet. Durch eine Bekämpfung auf städtischen und privaten Flächen stagnierten die Bestände. Konkrete Angaben macht Platz nicht. Fast gänzlich verschwunden sei das giftige Drüsige Springkraut. Vor zehn Jahren habe es noch Bestände an der Alten Elbe gegeben. Die seien inzwischen erloschen, so Holger Platz.