Magdeburg l Mit sinkenden Wasserspiegeln steigt die Zahl der gemeldeten Munitionsfunde in Flüssen und Seen. Zuletzt am Wochenende, als ein Spaziergänger am Ufer des Garnsees am Rande des Elbauenparks Magdeburg eine Flugabwehrgranate vom Kaliber 12,8 Zentimeter fand. Das rostige Geschoss aus dem Zweiten Weltkrieg war am 20. Juli 2019 in die Ehleaue nahe Zipkeleben gebracht und dort kontrolliert gesprengt worden.

Für die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes war es nicht der erste Munitionsfund in diesem Jahr. Zum Stichtag 22. Juli 2019 sind bereits 175 Fundstellen landesweit durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen-Anhalt bearbeitet worden, darunter 19 Wasserfundstellen, wie Grit Merker, Pressesprecherin in der Polizeiinspektion Zentrale Dienste, sagt. In neun Fällen ist die Fundmunition wie im Fall der Magdeburger Flak-Granate gesprengt worden. Zum gleichen Stichtag waren es im vergangenen Jahr landesweit 188 Funde, davon 22 im Wasser.

Wasser geht, Munition kommt

In Magdeburg hat es in diesem Jahr bereits 18 Funde gegeben. Drei davon hatte das zurückgehende Wasser freigelegt. Im Jahr zuvor waren es bis Mitte Juli in etwa gleich viele Funde, die der Kampfmittelbeseitigungsdienst zu bearbeiten hatte. Laut Statistik waren bis zum 22. Juli 2018 19 Funde registriert worden, darunter zwei Wasserfunde.

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Doch kurz danach gab es im vergangenen Jahr eine Steigerung der Fundzahlen. Im August legte die Trockenheit mehr und mehr Kampfmittel frei. Beinahe täglich wurden neue Funde gemeldet. Bis zum Jahresende stieg die Zahl auf 46 Funde in Magdeburg. 21 davon waren Wasserfunde. Der größte Fund war eine 250-Kilo-Bombe am Petriförder, für deren Entschärfung rund 5000 Menschen evakuiert werden mussten.

Polizei gibt Verhaltenstipps

Angesichts der anhaltenden Trockenheit ist davon auszugehen, dass auch in diesem Sommer noch die eine oder andere Munition vom Wasser freigegeben wird. Sollten Passanten Gegenstände entdecken, von denen sie annehmen, dass es sich um Munition handeln könnte, rät die Polizei:

  • Entdeckte Kampfmittel dürfen nicht berührt, nicht in ihrer Lage verändert oder in Besitz genommen werden.
  • Kennzeichnen Sie den Gefahrenbereich und warnen Sie Personen, die sich im Gefahrenbereich aufhalten.
  • Melden Sie den Fundort unverzüglich der zuständigen Sicherheitsbehörde oder einer nahegelegenen Polizeidienststelle über Notruf 110.