Problembewältigung

Kita-Sanierung in Magdeburg: Kinderbetreuung zwischen Corona, Quarantäne und Baumaßnahmen

Von Karolin Aertel
Die Lütten aus der Kita „Spielkiste" freuen sich mit Kitaleiterin Evelyn Matthias-Weber über ihre sanierte Einrichtung. Die Zwillinge Luca und Toma (5) blättern auf der  Lese- und Lümmel-Liege lieber in einem Buch, während Henry (6) und Klara (5) mit Buchstaben-Würfeln spielen.
Die Lütten aus der Kita „Spielkiste" freuen sich mit Kitaleiterin Evelyn Matthias-Weber über ihre sanierte Einrichtung. Die Zwillinge Luca und Toma (5) blättern auf der Lese- und Lümmel-Liege lieber in einem Buch, während Henry (6) und Klara (5) mit Buchstaben-Würfeln spielen. Foto: Karolin Aertel

Magdeburg

Nervenaufreibende Monate liegen hinter Evelyn Matthias-Weber und ihren Mitarbeitern. Die Leiterin der Kita „Spielkiste“ in der Kroatenwuhne hatte eine doppelte Bürde zu tragen. Bei laufendem Betrieb ist ihre Einrichtung saniert worden – und das während der Corona-Krise und Notbetreuung. Ganze Trakte und Räume waren gesperrt, Eingänge wurden verlegt, immer wieder musste umdisponiert werden. Der Kita-Betrieb wurde zeitweilig in die Mehrzweckhalle verlegt, wo gegessen, gespielt und geschlafen wurde. Und das alles auch während der Notbetreuung, die von 120 Kindern in Anspruch genommen wurde. Das sind mehr als die Hälfte der Kapazität der Einrichtung, die bei 212 Kindern liegt. „Das war hart an der Grenze. Es wird Zeit, dass es vorbei ist“, resümiert sie das Geschehen.

30 Kinder, Betreuer und Gäste in Quarantäne

Seit 2005 arbeitet Evelyn Matthias-Weber in der Kita „Spielkiste“, seit 2015 ist sie deren Leiterin. Die Anstrengungen, die sie und ihre Mitarbeiter seit Beginn des vergangenen Jahres geschultert haben, suchen ihresgleichen. Nicht nur, weil auch immer mal wieder Mitarbeiter quarantänebedingt ausfielen. So zum Beispiel, als sie im September 2020 von Ministerpräsident Reiner Haseloff als Landessieger des Wettbewerbs „Forschergeist“ ausgezeichnet wurden und danach 30 Kinder, Betreuer und Gäste in Quarantäne mussten.

Ein Gast aus Berlin war bei der Preisverleihung mit dem Coronavirus infiziert, was für ordentlich Wirbel sorgte. „Fünf Betreuer fielen aus. Aber auch das haben wir gemeistert“, sagt die Kita-Leiterin stolz und erinnert sich noch an die Anfänge der Pandemie, als ihnen weder Desinfektionsmittel noch Handschuhe oder Mundschutz zur Verfügung standen. Mitarbeiter seien mit dem Pkw losgefahren und haben kofferraumweise alles Nötige für die Kita eingekauft.

Hoher Krankenstand nach Corona-Impfung

Inzwischen seien von den 35 Mitarbeitern 21 geimpft. Die Impfreaktionen auf das Astra-Zeneca, das die Mitarbeiter erhielten, hatten zwar noch mal einen hohen Krankenstand zur Folge, doch der sei im Vergleich zu den Ereignissen der vergangenen anderthalb Jahre verkraftbar gewesen. „Inzwischen fühlen sich die Mitarbeiter sicherer – durch die Impfung aber auch durch die Selbsttests, die gemacht werden.“ Es sei ein leichtes Aufatmen zu spüren.

Dies auch, weil die Sanierungsarbeiten in den letzten Zügen sind. Für rund 1,39 Millionen Euro sei die Einrichtung modernisiert worden. Dabei musste die eingeplante Grundsumme von 1,146 Millionen Euro gar um 241.764 Euro aufgestockt werden, erklärt die Kita-Leiterin. Das Gebäude des alten Kita-Traktes, das 1973 gebaut worden ist und in dem bisher in Eigenregie ein paar Räume mit Dämmplatten versehen worden waren, habe an der einen und anderen Stelle ein paar Überraschungen bereitgehalten. „Alte Rohre, alte Elektrik – da musste nachjustiert werden.“

Kitaleiterin ist dankbar für verständnisvolle Eltern

Nun seien Kinder und Kita-Mitarbeiter jedoch gleichermaßen glücklich. Ein neuer Anstrich – außen und innen – mache die Einrichtung freundlich. Die Funktionsräume des alten Traktes seien nun alle gedämmt, kindgerecht und können sich sehen lassen. Flur, Küche, Fahrstuhl – alles sei gemacht worden. „Für mich war es wie ein D-Zug, wie sich die Kita gewandelt hat.“ Sie sei stolz auf ihre Mitarbeiter und auch auf die Eltern, die in dieser schwierigen Zeit so gut mitgezogen haben.