Magdeburg l Nur noch am 9. Januar 2019 ist im Volksstimme-Servicecenter in der Goldschmiedebrücke die Ausstellung mit Entwürfen zur Neugestaltung des Bereichs der Schleusenstraße im Bereich des Kleinen Stadtmarschs zu sehen. Bis gestern lief eine Abstimmung über den Publikumspreis, die derzeit ausgewertet wird. Im Anschluss soll die Ausstellung noch einmal im Iba-Shop gezeigt werden.

Derweil haben sich das Magdeburger Planertreffen „Lupe, Bleistift, Tee & Keks“ und die Regionalgruppe der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesentwicklung zu Wort gemeldet. Gelobt wird in einem Statement, dass die Bauherren – die Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg und die Magdeburger Wohnungsgenossenschaft – frühzeitig eine Debatte zur Gestaltung des „bislang schlummernden Bereichs von Magdeburg“ angestoßen haben.

Als besonders gut geeignet, sie weiterzuentwickeln, sehen die Fachleute den mit einem ersten Preis dotierten Entwurf mit bis zu sechsgeschossigen Häusern und den mit einer Anerkennung versehenen Entwurf, der auf Wohnblöcke setzt.

Kritik an Hochhäusern

Eher kritisch sehen die Vereinigungen laut ihrem von Bettina Krah, Gregor Schneider, Tim Schneider und Michael Steinke unterzeichneten Papier die Ideen, in dem Ensemble neue Hochhäuser zu bauen. Unter anderem beziehen sich die Stadt- und Landschaftsplaner dabei auf den ebenfalls mit einem ersten Preis versehenen Entwurf, der auf den Bau von vier Hochhäusern setzt. Grund: In Magdeburg herrsche keine so große Not an Wohnraum wie in großen Metropolen. Vor allem aber werde die Stadtsilhouette der Landeshauptstadt gestört, so die Einschätzung der beiden Organisationen.

Die Beiträge des Wettbewerbsverfahrens würden die Frage aufwerfen, wie viel Hochhaus – bis zu welcher Höhe und an welchen Standorten – Magdeburg vertrage. „Es stellt sich insbesondere die Frage, ob der erste frühgotische Dom auf deutschem Boden als zugkräftiges Alleinstellungsmerkmal von Magdeburg als städtebauliche Dominante überragt wird“, heißt es in dem Schreiben. Beachtet werden sollten neben den Perspektiven für Fußgänger und Radfahrer auch die von Autofahrern, die auf dem Weg in die Stadt sind. Beispiel seien hier aus östlicher Richtung die B 1 aus den Richtungen Burg und Helmstedt, aber auch die B 184 aus Richtung Dessau-Roßlau.

Vergleich mit Köln und München

Die Verfasser der Stellungnahme halten eine Art Hochhauskonzept für die gesamte Landeshauptstadt für sinnvoll. Entsprechende Dokumente gebe es für Städte wie Ingolstadt, Köln, München, Nürnberg und Regensburg. In diesen Städten werde sehr sensibel mit der Thematik des Hochhausbaus umgegangen. Durch den Stadtrat festgelegt würden Bereiche, in denen eine Bebauung mit Hochhäusern denkbar ist, und Zonen, für die dies ausgeschlossen wird.

Die Vereine verweisen darauf, dass auch in anderen Städten Debatten zur Bebauung mit Hochhäusern laufen. Als Beispiele werden der Riebeckplatz in Halle und ein Bereich in der Nähe des Erfurter Hauptbahnhofs genannt.