Magdeburg l 200 Besucher zu Beginn, später dann noch ein paar mehr sind am Mittwochabend zur Wohlfühl-Weihnacht an den Hasselbachplatz in Magdeburg gekommen. Diese Veranstaltung soll der Auftakt sein für eine Reihe von Aktivitäten, die die Attraktivität des Platzes steigern sollen.

Videoprojektion: Ein Hingucker gegen 20 Uhr bot eine Videoprojektion von Stefan Haberkorn. Er hatte sich die ansonsten eher schlichte Fassade der Stadtparkasse auf der Südseite des Platzes vorgenommen. Zur Musik wanderten Strukturen über die Fassade, bunte Lichterketten und Weihnachtswichtel waren zu sehen, aber auch das Bekenntnis „I ♥ Magdeburg.“ Sparkassenchef Jens Eckhardt freut sich über die Idee. Und erinnerte daran, wie gut sich der Platz entwickelt hat. „Als ich 1992 herkam, sah es hier noch ganz anders aus.“

Literatur: Mit von der Party war am Mikrofon zum einen der sonst sehr für die Neustadt engagierte Kabarettist Lars Johansen, der mit einem humorvoll-satirischen Blick die Situation in der Stadt und auf dem Platz aufs Korn nahm. Außerdem hatten eine Reihe von Poetry-Slammern ihre Sicht in kurzen selbstgeschriebenen Texten präsentiert. Unter ihnen war auch Katharina Herber, die sich als „Adoptiv-Magdeburgerin“ bezeichnet, und die zum Studieren aus Hessen nach Magdeburg gekommen ist. Sie berichtete davon, welche Skepsis ihr in ihrer Heimat ob der Wahl ihres Studienortes entgegenschlug: Es könne ja passieren, dass sie sich einen Freund mit dieser merkwürdigen Mundart zulege. Und doch ließ sie sich nicht von ihrer Entscheidung abbringen und freut sich darüber: Unter anderem habe man stets so schön am Hasselbachplatz feiern können.

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Kompliment-Elfen: Friederike Wende und Jana Rother waren als Kompliment-Elfen unterwegs. Friederike Wende sagte: „Es macht Spaß auf Menschen zuzugehen und ihnen zu sagen, was einem als erstes positiv an ihnen auffällt: Ein schönes Lächeln oder der Zauber eines Paares zum Beispiel.“ Jana Rother sagte: „Mit solchen freundlichen Worten sollte man viel öfter auf die Menschen zugehen.“ Dass nicht alle Magdeburger das gewohnt sind, zeigte die Erfahrung der beiden: Einige wenige der Passanten am Hasselbachplatz standen den Komplimenten der beiden jungen Frauen eher misstrauisch gegenüber.

Musik: Zwei Bands sorgten bei den Besuchern für Stimmung. SaxLust interpretierte mit Saxofonen bekannte Titel bis hin zu Ute Freudenbergs „Jugendliebe“. Die Nachwuchsband „Es bedarf an Helden“ war nach der Videoinstallation an der Reihe.

Anwohner: Zu den Anwohnern, die zum Hasselbachplatz gekommen waren, gehören die Schwestern Karin und Barbara Punde. Barbara Punde berichtete: „Wir haben aus der Volksstimme von der Veranstaltung erfahren und waren einfach neugierig, was hier passieren wird.“ Und: „Die Musik ist Klasse“, sagte Karin Punde, als die SaxLust auf der Bühne steht.

Daneben haben die beiden aber auch gleich die Gelegenheit genutzt, sich mit der Hasselbachplatz-Managerin bekannt zu machen. Die beiden leben gern in einer Nebenstraße ein paar Meter weiter und freuen sich, wenn „so schön friedlich auf dem Platz gefeiert wird“. Eines ihrer Anliegen, für das sie eine Verbesserung der Situation erhoffen, ist die Sauberkeit: Gerade in den Morgenstunden sei an einigen Stellen gut zu erkennen, dass sich einige Besucher des Platzes danebenbenehmen.

Hasselbachplatz-Managerin: Ausgegangen ist die Idee zur Wohlfühl-Weihnacht von Alena Hertrich, der neuen Hasselbachplatz-Managerin. Sie sagt: „Das Programm kommt gut an, und ich bin schon mit einigen Menschen hier ins Gespräch gekommen.“ Nur dank der Unterstützung durch die anderen Mitstreiter von ProM sei es möglich gewesen, das Programm so schnell auf die Beine zu stellen. In die Karten hat den Organisatoren des Abends das Wetter gespielt: Es war zwar etwas frisch, dafür aber trocken.

Die Videoprojektion gibt's bei Facebook zu sehen.