Volksstimme: Frau Schuppe, wie kommt es, dass sich die Männer noch etwas zieren, sich am Speeddating zu beteiligen? Schließlich liegen mehr Anmeldungen weiblicher Teilnehmer vor als von männlichen ...

Janina Schuppe: Das Speeddating ist gerade für die Generation älterer Menschen, die im Moment besteht, eine sehr moderne Form, jemanden kennenzulernen. Meine Kollegin Julia von Hintzenstern und ich haben deshalb überlegt, ob wir es wirklich anbieten sollen. Einige Senioren sind vielleicht im ersten Moment etwas abgeschreckt, weil sie es nicht kennen. Momentan sprechen wir deshalb in unserer Einrichtung auch gezielt unsere männlichen Besucher an und versuchen sie dafür zu begeistern.

Wie läuft die Kontaktbörse konkret ab?

Im Vorfeld füllen die Teilnehmer ein Kontaktformular mit allgemeinen Angaben sowie zu Hobbys und Interessen aus. Bei einem Empfang kommt es zu einem ersten „Beschnuppern“ der Teilnehmer. Für das Speeddating bekommen alle Teilnehmer Namensschilder und Frauen und Männer sitzen sich gegenüber. Es ertönt ein Signal und die Teilnehmer haben dann die Möglichkeit sich fünf Minuten lang zu unterhalten und kennenzulernen. Ist die Zeit abgelaufen, wechseln die Männer weiter zur nächsten Dame. Das geht so weiter bis sich alle Teilnehmer einmal unterhalten haben.

Auf Karten notieren sie am Ende der Kontaktbörse, welchen der Teilnehmer oder welche Teilnehmerinnen sie gerne wiedersehen würden. Diese Karten sammeln wir dann wieder ein und werten diese aus. Bei Kaffee und Kuchen teilen wir in Briefumschlägen mit, ob ihr Herzblatt dabei ist. So haben die Teilnehmer die Möglichkeit selbst zu entscheiden, ob sie dies sofort wissen möchten oder erst zu Hause.

Die soziale Vereinsamung wird laut Statistik gerade bei der Generation 60plus immer größer. Wie zeigt sich dieses Problem unserer Zeit bei Ihrer Arbeit im Alten- und Servicezentrum Sudenburg?

Um eine soziale Vereinsamung zu vermeiden bzw. zu minimieren, sind Einrichtungen wie die Alten- und Servicezentren eingerichtet worden. Wir versuchen immer neue Angebote wie zum Beispiel Tanzveranstaltungen, Kreativtreffs und gesellige Treffen wie ein gemeinsames Frühstück auf die Beine zu stellen und versuchen Ansprechpartner und Wegbegleiter in schweren Lebenslagen zu sein und stehen unseren Senioren mit Rat und Tat zur Seite, sind immer für einen netten Plausch offen und nehmen uns Zeit für die Belange der Senioren. Dies wird auch gut angenommen.

Was machen Frauen anders als Männer, um Kontakte zu knüpfen bzw. sich an Angeboten des ASZs zu beteiligen?

Ich glaube, Frauen sind einfach etwas offener und aktiver, wenn es darum geht neue Kontakte zu knüpfen, sie zu pflegen und sich an Angeboten zu beteiligen. Soziale Kontakte zu anderen zu haben, bedeutet für Frauen, glaube ich, etwas anderes als für Männer. Ich denke, Frauen fühlen sich enger verbunden und eine Freundschaft geht bei Frauen mehr in die Tiefe als bei Männern.

Welchen Tipp haben Sie speziell für Männer, die auf der Suche nach einem Herzblatt sind?

Ich denke, die Männer sollten einfach sie selbst sein und die Frauen einfach ansprechen.

... oder sich zum Speeddating anmelden.

In der Tat: Ausreichend weibliche Teilnehmer haben sich bereits gemeldet – es fehlen noch männliche Teilnehmer.

Wichtig zu wissen:

Die Einrichtung in der Halberstädter Straße 115a in Magdeburg organisiert die Kontaktbörse am 29. August 2018. Das Speeddating beginnt um 15 Uhr. Interessierte haben die Möglichkeit, sich direkt im ASZ sowie telefonisch unter 0391/6248630 einen der Plätze zu sichern, die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Im Preis in Höhe von fünf Euro sind Sekt, Kaffee und Kuchen enthalten. Der Anmeldeschluss ist der 27. August.