Magdeburg l McDonalds am Breiten Weg. Gäste kommen und gehen, Bestellungen werden aufgenommen, Besucher nehmen sich eine Auszeit. So weit, so normal. In der Corona-Krise werden sie jedoch von einem Mitarbeiter befragt, ob sie ihre Mahlzeit mitnehmen oder im Restaurant verzehren möchten. Für Letzteres ist es notwendig, die Kontaktdaten sowie die Zeit des Aufenthalts und die Tischnummer zu hinterlegen. So sieht es die Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus vor. Im Restaurant zückt der Mitarbeiter ein Tablet und füllt die Daten mit den Gästen aus. Wer seine persönlichen Angaben selbst eingeben möchte, nutzt sein Smartphone und tippt sie selbstständig ein. Auf eine Corona-Liste in Papierform wird ganz bewusst verzichtet, wie Filialbetreiber Sebastian Rieke sagt: „Der Aufwand zum Erheben und Verwalten der Listen ist enorm. Mittlerweile füllen sie mehrere Kartons.“

Zugriff über Hotspot oder Handy

Sebastian Rieke betreibt neben der Filiale am Breiten Weg noch sieben weitere Schnellrestaurants und möchte den Aufwand der Datenerfassung minimieren und gleichzeitig sicher und modern vornehmen. Aus diesem Grund hat er Kontakt zu Sket EDV aufgenommen. Das Magdeburger Unternehmen hat eine Software entwickelt, die Dienstleistern eine Erleichterung im Umgang mit der Datenerhebung der Kunden verspricht. Sie ist auf einer Box im Kreditkartenformat installiert, die in einem für unbefugte Dritte unzugänglichen Bereich steht. Über einen Wlan-Hotspot kann der Zugriff über Tablet oder Smartphone unter anderem über das Einscannen eines QR-Codes erfolgen, um auf die Seite für die Erfassung zu gelangen. Die Uhrzeit übernimmt das Programm selbstständig.

Die Anwendung sei mit dem Gesundheitsamt abgestimmt worden, so Geschäftsführer Sebastian König. Was den Dienstleistern helfen dürfte – die Daten werden DSGVO-konform erhoben, bleiben 28 Tage bestehen und werden dann, wie es die Vorgaben der Ämter vorsehen, gelöscht. Und zwar automatisch.

Kein Dritter kommt an Daten

Er habe sich eine Vielzahl an Möglichkeiten als Ersatz der Papierlisten angesehen und sich bewusst für die Entwicklung von Sket EDV aufgrund einiger entscheidender Details entschieden, so Rieke. „Die Software ist eine dezentrale Lösung, die nicht an das Internet gekoppelt ist, sondern hier vor Ort die Daten speichert – kein Dritter kommt an sie heran.“ Zudem sei für die Mitarbeiter ersichtlich, ob sich der Gast auch wirklich registriert habe und das Restaurant der Registrierungspflicht nachkommen könne.

Ergebnis: Die Software hat den Härtetest bestanden. Maßgebend dafür seien die positiven Rückmeldungen der 30 Mitarbeiter unterschiedlicher Altersgruppen, die etwa die schnelle und verständliche Bedienung hervorheben, so Rieke: „Die Anwendung ist so gestaltet, dass sie ohne vielfache Bestätigungen auskommt, die für Abschreckungen sorgen könnten.“ Zudem ist sie optisch auf das Schnellrestaurant abgestimmt und mehrsprachig eingerichtet.

Keine Registrierung nötig

Auf eine zentrale Nutzerregistrierung für die Gäste sei bewusst verzichtet worden, „um einen Missbrauch zu unterbinden“, sagt Sebastian König. Weiterer Vorteil, den nicht nur Dienstleister aus der Gastronomie, sondern unter anderem auch Einrichtungen aus dem Pflegebereich nutzen können, auf die die Anwendung ebenfalls abgestimmt werden kann: Sollte das Gesundheitsamt Angaben zu Besuchern abfordern, können diese mit wenigen Klicks zur Verfügung gestellt werden. „Das erspart auch das mitunter schwierige und mühsame Entziffern der handschriftliche Papierlisten und schont Ressourcen“, so König.