Magdeburg l Das Ordnungsamt der Landeshauptstadt und das Polizeirevier Magdeburg arbeiten künftig enger zusammen: Beide Behörden haben am Freitag, 24. Januar 2020, eine gemeinsame Stadtwache gegründet, die offiziell am 1. April 2020 ihre Arbeit aufnehmen wird. Oberbürgermeister Lutz Trümper und der Leiter des Polizeireviers Magdeburg, Polizeidirektor Marco Weigelt, haben dazu eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Die gemeinsame Stadtwache ist als Pilotprojekt zunächst bis Ende 2023 angelegt.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes sowie der Polizei werden künftig gemeinsam Streife laufen. Bereits im Sommer 2019 hatte es gemeinsame Streifen gegeben. Diese fanden hauptsächlich rund um den Hasselbachplatz statt. Mit der Stadtwache sollen die Streifen intensiviert und auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet werden.

Ordnungsamt ist telefonisch länger erreichbar

In der Kooperationsvereinbarung ist auch eine erweiterte Erreichbarkeit des Ordnungsamtes geregelt. Ab dem 1. April ist die Hotline des Ordnungsamtes unter 0391/540 54 00 montags bis freitags zwischen 6 und 22 Uhr (bislang bis 20 Uhr) sowie sonnabends von 10 bis 18 Uhr besetzt. Auch außerhalb dieser telefonischen Erreichbarkeiten werden die Streifen der Stadtwache, je zwei uniformierte Polizisten und Beschäftigte des Ordnungsamtes, im Stadtgebiet unterwegs sein. Die gemeinsamen Streifen mit der Polizei werden zukünftig freitags und sonnabends bis 2 Uhr gelaufen, hieß es.

In einem ersten Schritt sollen Mitarbeiter des Ordnungsamtes als Teil der Stadtwache  Räume an der Halberstädter Straße 39a beziehen und hier für die Bevölkerung als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die eigentliche Stadtwache soll später im Nordflügel des Neuen Rathauses untergebracht sein. Dafür müssen allerdings noch Räume hergerichtet werden. OB Trümper sprach von einem möglichen Einzug in 2021.

In der Stadtwache soll die Polizei vier Räume mit jeweils zwei Beamten beziehen, die dann als ständige Ansprechpartner fungieren. Hinzu kommen die Beamten, die mit dem Ordnungsamt Streife laufen. Hauptfundus sind dafür die 22 Regionalbereichsbeamten des Polizeireviers, wie Revierleiter Marco Weigelt sagte. Aber auch Kollegen des Streifendienstes können mit einbezogen werden. 

Zahl der Mitarbeiter aufgestockt

Die Landeshauptstadt hat für die Stadtwache die Zahl der Mitarbeiter im Ordnungsamt erheblich aufgestockt. Insgesamt 24 neue Stellen wurden geschaffen, sagte der zuständige Beigeordnete Holger Platz. Die letzten Ausbildungen der neuen Kollegen sollen im März 2020 abgeschlossen sein, so dass die Stadtwache pünktlich zum 1. April starten kann.

Die uniformierten Doppelstreifen sollen für mehr Sicherheit und Ordnung im Stadtgebiet sorgen und als Ansprechpartner fungieren. Ein weiterer Vorteil sei, dass sowohl festgestellte Ordnungswidrigkeiten als auch Straftaten direkt aufgenommen werden können, hieß es bei der offiziellen Präsentation. Neben dem sicherheitsrelevanten Aspekt der Doppelstreifen soll ein weiteres Hauptaugenmerk auf die Themen Einbruchschutz sowie Vergehen wie Parken auf Fuß- und Radwegen gelegt werden. Aber auch gemeinsame Sondereinsätze wie beim letzten Schultag der Gymnasien und Gemeinschaftsschulen oder die gemeinsame Präsenz an problematischen Orten wie der Partymeile Hasselbachplatz werden künftig vermehrt von der Stadtwache abgedeckt. Zuletzt hatte es bei einer großangelegten Razzia in Shishabars einen gemeinsamen Sondereinsatz von Polizei und Ordnungsamt gegeben.

Ende 2022 soll die Kooperationsvereinbarung erstmals auf den Prüfstand kommen, um zu schauen, was gut läuft und wo noch nachgebessert werden muss, sagte Holger Platz. Denn nach Abschluss des Pilotprojektes soll die Stadtwache endgültig etabliert werden.