Magdeburg l 2020 und 2021 werden 8,3 Millionen Euro in den weiteren Um- und Ausbau des Kunstmuseums Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg investiert. Genau genommen handelt es sich um zwei sehr unterschiedliche Vorhaben.

Klosterkirche: Zum einen soll die Klosterkirche saniert werden. Unter anderem wird in diesem Zug die Empore für Besucher zugänglich gemacht, so dass sie einen neuen Raumeindruck von der romanischen Kirche mit ihren gotischen Ergänzungen erhalten. Dabei sollen unter anderem die zum Teil über die Jahre in Mitleidenschaft gezogenen Mauern restauriert werden.

Ein völlig neuer Raum­eindruck für die Besucher wird entstehen, wenn das im Zweiten Weltkrieg zerstörte und beim Wiederaufbau durch ein einfaches flaches Holzdach ersetzte Chorgewölbe wiederhergestellt wird. Nach dem Abschluss der Arbeiten, für die die Klosterkirche ab dem Sommer gesperrt ist, soll sie wieder als Konzerthalle mit Orgel genutzt werden.

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Nordflügel: Zum anderen geht es bei der anstehenden Investition um das Kunstmuseum und seine Sammlung. Für diese wird der Nordflügel ausgebaut. Dieser stammt aus dem 12. Jahrhundert. Er wird grundhaft um- und ausgebaut. Die technische Infrastruktur der 1970er Jahre wie Heizungen, Lüftungsanlagen und Elektrotechnik wird erneuert.

Zudem geht es auch um die Erweiterung der Ausstellungsfläche für das Kunstmuseum. Das Obergeschoss des Nordflügels soll dazu ausgebaut werden. Dabei wird es neue Fenster zur Seite der Regierungsstraße hin geben, und auf der einen Seite des Raums werden romanische Fenster für einen völlig neuen Raumeindruck sorgen. „Nutzen können wir künftig 400 Quadratmeter mehr, auf denen wir Malerei und Fotografie aus unserer eigenen Sammlung zeigen wollen“, erläutert Museumsleiterin Annegret Laabs die Pläne.

Bauzeit: Die Klosterkirche ist nur noch bis einschließlich 25. Januar 2020, dem Tag der Langen Nacht im Kunstmuseum, geöffnet, die sich in diesem Jahr übrigens dem Thema Fotografie widmet. Danach ist sie für mindestens zwei Jahre geschlossen. Ab Juni ist auch die Obere Tonne geschlossen. Trotz dieser und weiterer Einschränkungen bleibt das Haus aber geöffnet. „Darüber hinaus möchten wir Veranstaltungen vor allem am Abend und an den Wochenenden anbieten, wenn die Bauleute Feierabend haben und es keinen Baulärm gibt.“ Zudem werden weitere Orte Magdeburgs durch das Kunstmuseum erschlossen. Kooperationen sind u. a. mit dem Puppentheater und dem Theater Magdeburg geplant.

Geld: Finanziert werden 80 Prozent des Vorhabens aus dem Förderprogramm Kulturerbe, das wiederum aus dem Efre-Fonds der Europäischen Union fließt. 20 Prozent zahlt die Stadt. Das Museum hatte 2017 erfolgreich an einem landesweiten Wettbewerb um diese Fördermittel teilgenommen.

Zur Übergabe des Fördermittelbescheids waren am Mittwoch Sachsen-Anhalts Kulturminister Rainer Robra und Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper ins Kloster Unser Lieben Frauen gekommen. Rainer Robra sagte: „Man kann die Fördermittel auch gern als Ermunterung für die Stadt verstehen, weiter an der Bewerbung um den Titel der Kulturhauptstadt zu arbeiten.“ Lutz Trümper verwies darauf, dass mit Bauprojekten wie im Kloster, in der Hyparschale und in der Stadthalle rund 100 Millionen Euro in Kultureinrichtungen in der Stadt investiert werden.