Mathias Luther gehört zu den Magdeburgern des Jahres, weil er mit seiner originellen Idee eines Baustellen-Marathons etwas aufs Korn genommen hat, was viele Magdeburger schon mit der Zeit nervt: Baugruben und Umleitungen.

Natürlich stehen Baustellen für Veränderung, Erneuerung und gehören zu einer Stadt wie Magdeburg selbstverständlich dazu. Hier und da genervt darf man aber schon sein, wenn es überhand nimmt, oder sich ewig hinzieht.

Mathias Luther hat das mit einem ironischen Augenzwinkern aufgegriffen und im Internet seine Idee des Spaßlaufes von Baugrube zu Baugrube vorgestellt. Er hat sich dabei kreativ und engagiert gezeigt, hat mit einem sehr kleinen Organisationsteam von insgesamt gerade einmal vier Leuten das auf die Beine gestellt.

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Es wurden Strecken durch die Stadt ausgesucht und vermessen, damit auch ja die nötige Marathondistanz zustande kommt. Er hat sich in der Macherburg, der Werkstatt zum Selberbauen, Unterstützung geholt, um Holzmedaillen zu fertigen und vieles anderes mehr.

Ironischer Seitenhieb

Ganz neu dabei war für ihn auch, dass er sich mit all den formalen Anmeldungen und Genehmigungen, die für so einen Lauf nötig sind, auseinandersetzen musste. Die Magdeburger Stadtverwaltung nahm den kleinen ironischen Seitenhieb sehr sportlich und hat ihn bei den Genehmigungen und auch bei der Ausstattung des Start-/Zielbereiches unterstützt. Auch die MVB, selbst ja nicht unschuldig an den vielen Baustellen, haben einen Versorgungsstand für die Baustellenläufer aufgebaut.

Mathias Luther hat mit seiner spaßigen Idee – und eben ganz ohne den moralischen, vorwurfsvoll erhobenen Zeigefinger – ein aktuelles Geschehen in der Stadt thematisiert und sich eingebracht, hat etwas geschaffen – ganz ohne nur zu meckern.

Dafür wählten ihn die Leser zum zehnten Sieger.