Mit dem Friseurmuseum hat Magdeburgs Museumslandschaft einen einmaligen Höhepunkt zu bieten. Die Verantwortung dafür, dass dort mittlerweile seit über zehn Jahren die Besucher empfangen werden, hat maßgeblich Barbara Psoch. Die frühere Berufsschullehrerin für das Friseurhandwerk ist die treibende Kraft hinter der Einrichtung in der Beimssiedlung.

Ob historische Perückenmacherwerkstatt, die humorvolle Bart-Meisterschaft oder eine Rokoko-Frisur mit Modellschiff – stets ist es Barbara Psoch, die mit großem Elan und grenzenloser Leidenschaft für die Haarkunst ihre Mitstreiter und die freiwilligen Helfer antreibt und begeistert und so den Fortbestand des Museums sichert.

Vom antiken Kamm bis zum Pariser Barbiersalon umfasst die Sammlung des Friseurmuseums mittlerweile so viele Exponate, dass der Besucher reichlich Zeit mitbringen muss, will er oder sie alles entdecken. Die Museumschefin beweist bei einer persönlichen Führung durch die Räume ihren großen Sachverstand, wenn es um die Historie ihres geliebten Handwerks geht.

Videos

Schätze aus Familienbesitz

Zudem weiß sie zu jedem Ausstellungsstück eine Geschichte zu erzählen, schließlich stammen viele davon aus alten Friseursalons der Stadt. Immer wieder kommen auch Leute aus der Umgebung, um ihre kleinen Schätze rund um den Friseurbetrieb in Familienbesitz in ihre schützende Obhut zu geben.

Den Grundstock für die Sammlung des Friseurmuseum hatte sie unwissentlich schon während ihrer Zeit als Lehrerin gelegt. Um ihren Lehrlingen ganz praktisch zu zeigen, wie die Generationen vor ihnen gearbeitet haben, hatte sie alte Frisierwerkzeuge gesammelt. Ihr Klassenzimmer sah bereits damals aus wie ein kleines Museum.

Mit dem Ruhestand begann dann die eigentliche Arbeit. Mit Bekannten und Freunden aus der Branche gründete Barbara Psoch den Haar-Verband e. V. – der Anfang des Friseurmuseums. Ohne ihr zielstrebiges Auftreten und ihre einnehmende, herzliche Art wäre das sicher nicht möglich gewesen.

Wissen um die Haarzunft

Das Wissen um die Haarzunft gibt Barbara Psoch heute mit großer Freude an die Besucher des Friseurmuseums weiter. Außerdem engagiert sie sich für ihren Stadtteil, machte sich zum Beispiel für die Umgestaltung des Beimsplatzes zum Jubiläum der historischen Siedlung stark.

Für ihr Engagement wählten die Volksstimme-Leser Barbara Psoch zur 8. Siegerin beim Magdeburger des Jahres 2020.