Magdeburg l Es ist das Jahr 1215. Der Waisenjunge Moritz vergisst sein großes Leid nur, wenn er Skulpturen aus dem Stein haut. Ein reisender Baumeister erkennt Moritz Talent und nimmt ihn mit – in keine andere Stadt als Magdeburg, wo zu dieser Zeit eine Kathedrale, der Magdeburger Dom, gebaut wird.

Schnell macht sich der junge Steinmetz einen Namen. Doch auch Konkurrenten stellen sich ein, nicht nur in der Kunst, sondern auch beim Buhlen um die Gunst einer schönen Frau, in die sich Moritz verliebt.

Handlung nach Magdeburg verlegt

Der Autor Thomas Ziebula, der seinen Roman „Die Kathedrale des Lichts“ unter dem Pseudonym Ruben Laurin veröffentlicht hat, hat die Handlung seines Buches nach Magdeburg verlegt. Zwei Bücher hatte er bereits über den Dreißigjährigen Krieg geschrieben. „Und da kommt man an Magdeburg nicht vorbei“, erzählt er im Volksstimme-Gespräch.

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Für den Roman habe er sich noch einmal gründlich eingelesen, war selbst in Magdeburg, um sich den Dom anzuschauen, und sei einem Menschen begegnet, der ihm die Augen geöffnet und in die Geheimnisse des Domes eingeweiht habe. Michael Sußmann, Architekt-Kirchenoberbaurat im Ruhestand, der eine große Leidenschaft für den Magdeburger Dom in sich trage, habe ihm den Dom gezeigt.

Heiliger Mauritius als Schwarzafrikaner

Initialzündung aber war die Figur des heiligen Mauritius, der im Magdeburger Dom als Schwarzafrikaner dargestellt wurde – und das etwa 200 Jahre bevor die Darstellung schwarzer Menschen in die europäische Kunst Einzug gehalten hatte. Davon war Ziebula fasziniert und inspiriert. Er wollte herausfinden, was einen Bildhauer des frühen 13. Jahrhunderts veranlasst hatte, einen Heiligen als Schwarzen darzustellen.

Viel konnte er nicht in Erfahrung bringen – dafür blieb mehr Raum für Fantasie. Teilweise hat er die Geschichte auch ein wenig verändert, um seinem Roman die rechte Spannung zu geben. Die Änderungen sind im Nachwort nachlesbar.

Autor bedient neues Genre

Etwa zwei bis zweieinhalb Jahre hat Thomas Ziebula an seinem Buch gearbeitet. Warum er es schließlich unter einem Pseudonym veröffentlichte, sei eine ganz pragmatische Entscheidung gewesen. Er habe die Empfehlung von seinem Verlag bekommen, weil er mit dem historischen Roman ein neues Genre bedient.

Bislang schrieb er auch Fantasy-Geschichten, gewann bereits Preise mit seinen Büchern. Dass Dinge aus seiner eigenen Biografie einflossen, sei verständlich. „Man kann ja nur über das schreiben, was man kennt“, sagt Ziebula. Er interessiert sich aufgrund seiner eigenen Familiengeschichte zum Beispiel sehr für die Wenden.

Beeindruckt von Magdeburgern

Beeindruckt war er auch von den Magdeburgern. „Mein Eindruck ist, dass die Magdeburger eine sehr widerständige Mentalität haben, ein bisschen eigensinnig und trotzig sind, das gefällt mir. Magdeburg hat ja auch schon sehr früh Stadtrechte bekommen“, sagt Ziebula. Die schlimme Geschichte der Stadt habe ihn daher auch sehr bewegt.

Dass Ziebula weitere historische Romane in die Landeshauptstadt verlegt, ist nicht ausgeschlossen. Es gebe bereits ein Exposé für einen historischen Roman, der in der Reformationszeit spielen soll. Großen Reiz übe auf Ziebula auch das Jahr 1631 aus, als Magdeburg im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde.

Autor lebt bei Wismar

Eine persönliche Bindung zu Magdeburg hat der in der Nähe von Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) lebende Autor nicht. Ursprünglich stammt er aus der Nähe von Düsseldorf. Er arbeitete später auf dem Bau, als Prediger, als Diakon und als Sozialpädagoge und wendete sich mehr und mehr dem Schreiben zu und wurde schließlich Autor im Hauptberuf.

„Die Kathedrale des Lichts“ von Ruben Laurin erschien im Januar 2018. Das Buch hat 577 Seiten und ist unter der ISBN 978-3-404-17636-6 für 11 Euro erhältlich.